Am Donnerstagvormittag hat ein Schwarzfahrer für rund 20 Minuten den Zugverkehr auf der U-Bahn-Linie 6 (Alt Tegel–Alt Mariendorf) komplett lahmgelegt. Wie Polizei und BVG mitteilten, war der Mann im U-Bahnhof Oranienburger Tor offenbar auf der Flucht vor Fahrschein-Kontrolleuren in den Bahntunnel Richtung Friedrichstraße gelaufen.

Zur Sicherheit wurde daraufhin sofort der Strom abgeschaltet, sodass die Züge nicht mehr fahren konnten. Nach Angaben von BVG-Sprecherin Petra Reetz dauerte die Betriebsunterbrechung von 9.18 Uhr bis 9.38 Uhr. Der Mann entkam unerkannt. Wird er gefasst, könnte er für die Kosten der Störung haftbar und wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Öffentlichen Nahverkehr angezeigt werden.

Laut Reetz fand im U-Bahnhof Oranienburger Tor eine sogenannte Schwerpunktkontrolle statt. Damit sich kein Fahrgast der Fahrscheinkontrolle entziehen kann, wird dabei der gesamte Bahnsteig durch BVG-Sicherheitskräfte und die Polizei abgesperrt. Als einziger Ausweg bleibt Schwarzfahrern dann nur noch die lebensgefährliche Flucht über die Gleise.

Notarzteinsatz bei der Berliner S-Bahn

Bereits am frühen Morgen hatten Nutzer der Ost-West-Linien der Berliner S-Bahn erheblichen Einschränkungen in Kauf nehmen müssen. Grund dafür war ein Notarzteinsatz von 5.25 bis 6.56 Uhr im S-Bahnhof Charlottenburg. Ein Mann war dort unter einen Zug geraten. Er wurde lebensgefährlich verletzt, der Lokführer erlitt einen Schock.

Für etwa zwei Stunden kam es auf den Linien S5 (Strausberg Nord–Spandau), S7 (Ahrensfelde–Wannsee) und S75 (Wartenberg–Westkreuz) zu Zugausfällen und Verspätungen. Weil der S-Bahn im Bahnhof Charlottenburg vier Gleise zur Verfügung stehen, habe man den Betrieb nicht komplett einstellen müssen, so ein Bahnsprecher. Warum der Mann unter den S-Bahnzug geriet, ist noch unklar.

Wegen einer Störung im Stellwerk Halensee ist es auch zu Einschränkungen auf den Linien S41, 42, 45, 46 und 47 gekommen. Laut dem Bahnsprecher war zwischen 7.33 und 7.42 Uhr im Abschnitt Köllnische Heide–Westend die Signaltechnik ausgefallen. Wegen der dichten Taktfolge und fehlender Kehrmöglichkeiten auf der Ringbahn hat selbst eine nur kurzzeitige Störung erhebliche Folgewirkungen. Noch um die Mittagszeit fuhren die Züge mit Verspätungen.

Ganz planmäßig müssen die Nutzer der U9 (Osloer Straße–Rathaus Steglitz) mit Unannehmlichkeiten rechnen. Wegen Gleisbauarbeiten ist noch bis Montag früh die Linie in beiden Fahrtrichtungen zwischen Turmstraße und Zoologischer Garten jeweils ab 20 Uhr unterbrochen. Ein Ersatzverkehr mit Bussen ist eingerichtet. Der U-Bahnhof Hansaplatz ist in der Zeit geschlossen. Zwischen Zoologischer Garten und Güntzelstraße fährt ein Zug im Pendelverkehr.