Der anhaltende Schneefall hat am Montag für Staus und volle S- und U-Bahnen gesorgt. Zu stark erhöhten Unfallzahlen kam es jedoch nicht. Neue Niederschläge sind am Dienstag nicht zu erwarten. Thomas Globig von Meteomedia sagte: „Der Winter bleibt, die Glätte bleibt, die Minusgrade bleiben und der Schnee bleibt.“ Besonders auf ungestreuten Gehwegen und Nebenstraßen könne es zu gefährlicher Glätte kommen.
Bei den Berliner Verkehrsbetrieben kam es am Montag zu Verspätungen und Ausfällen. So wurde nach Angaben von Sprecherin Petra Reetz am frühen Montagnachmittag der Betrieb der Buslinie M45 zwischen Alt-Buckow und Stuthirtenweg wegen Straßenglätte eingestellt. Die BVG verzeichnete eine durchschnittliche Verspätungszeit der Busse von zehn bis 15 Minuten, die sich gegen Abend verringerte. Auf dem Ritterfelddamm in Spandau kam es zu einem Unfall, weil ein Lkw in einen Bus der Linie 135 rutschte. Der Fährbetrieb wurde schon am Sonntag komplett eingestellt.
Die Berliner Stadtreinigung war laut Sprecherin Sabine Thümler seit 3 Uhr mit vorgezogener Frühschicht permanent im Einsatz. „Wir konzentrieren uns auf die Räumung und Streuung von Straßen der Einsatzstufe 1, Hauptverkehrsstraßen also oder Straßen mit öffentlichem Nahverkehr“, so Thümler. Bis zu den Nebenstraßen sei das Unternehmen am frühen Nachmittag noch gar nicht vorgedrungen. Mit 480 Einsatzfahrzeugen und 2100 Mitarbeitern war die BSR am Montag in mehreren Schichten unterwegs.
Bürgerbeschwerden wegen nicht geräumter, glatter Gehwege
Bei den Bezirksämtern gingen Bürgerbeschwerden wegen nicht geräumter, glatter Gehwege ein. Allein der Reinickendorfer Stadtrat Martin Lambert (CDU) erhielt am Montag 16 Meldungen. „Wir schicken dann unsere Außendienstmitarbeiter hin und kontaktieren den Grundstückseigentümer, damit dieser seiner Räumpflicht nachkommt“, so Lambert. Nur eine Beschwerde habe in Reinickendorf zu einer sogenannten Ersatzvornahme vor einem leer stehenden Haus am Waidmannsluster Damm geführt, da der Eigentümer nicht erreichbar war. Dort wurde die BSR tätig.
Bei Stadtrat Marc Schulte (SPD) in Charlottenburg-Wilmersdorf gingen nur vereinzelte Beschwerden ein, ebenso beim Pankower Stadtrat Torsten Kühne (CDU). Eigentümer sollten die Kosten für die Schneebeseitigung auf Gehwegen in der Steuererklärung als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen. Das empfiehlt der Eigentümerverband Haus & Grund. In einem jüngst verhandelten Fall habe das Finanzamt die knapp 150 Euro, die ein Hauseigentümer auf die Räumung des Gehwegs verwandte, zwar nicht anerkennen wollen, da es sich hier um Arbeiten auf öffentlichem Gelände gehandelt habe. Der Eigentümer erhob aber erfolgreich Klage.
Die Autofahrer hatten sich auf das Winterwetter eingestellt
Einzelne Anwohner hielten sich mit Beschwerdeanrufen nicht erst auf, sondern befreiten den Gehweg selbst vom Schnee. So wie Mario Albrecht, Inhaber des Lokals „Lindenwirtin“ in der Charlottenburger Lindenallee. „Ich glaube, es müsste sich eigentlich der Hauseigentümer um die Räumung kümmern“, sagt Albrecht mit einem Besen in der Hand. „Aber es sind ja schließlich meine Gäste, die hier sonst nicht durchkommen.“ Im Bürgeramt am Rathaus Lichtenberg, Normannenstraße 1-2, kam es zu einer Havarie. Bei einem Wasserrohrbruch wurde die IT-Technik beschädigt. Das Amt bleibt bis auf Weiteres geschlossen.
Die Feuerwehr wurde bis zum frühen Montagnachmittag zu etwa 750 Einsätzen gerufen. „Die Alarmstufe wurde noch nicht ausgelöst“, sagte eine Sprecherin. Bis zu 1200 Einsätze am Tag seien normal. Die Autofahrer hatten sich auf das Winterwetter eingestellt. Die Zahl der Unfälle wegen Glatteis und Schnee habe sich im Laufe des Tages nur leicht erhöht, sagte ein Sprecher der Polizei. Dabei gab es hauptsächlich Blechschäden. Normalerweise habe die Polizei pro Stunde bis zu 35 Einsätze wegen Verkehrsunfällen. Eine nennenswerte Steigerung gebe es nicht.
Verkehrsunfälle auf spiegelglatten Straßen in Brandenburg
Auf der eisglatten A13 bei Groß Köris (Dahme-Spreewald) sind bei einem Verkehrsunfall vier Menschen verletzt worden. Wie die Polizei in Cottbus mitteilte, geriet am Nachmittag ein Kleintransporter ins Schleudern und überschlug sich. Vier der sieben Insassen wurden verletzt und mussten medizinisch von Rettungskräften versorgt werden. Die Autobahn war in Richtung Dresden wegen der Bergungsarbeiten streckenweise vollgesperrt.
In der Gegenrichtung verunglückte auf der A13 bei Baruth ein Lastwagen. Der Fahrer rutschte auf spiegelglatter Fahrbahn in einen Wildzaun. Dabei riss er sich den Tank auf. Der Fahrer musste mit einem Schock behandelt werden. Angaben zur Schadenshöhe machte die Polizei in beiden Fällen nicht.
Geduld brauchten auch einige Passagiere am Flughafen Tegel. Fünf Verbindungen wurden nach Betreiberangaben bis zum Nachmittag gestrichen, darunter Flüge nach München und Frankfurt.
Fahrgästen der S-Bahn machten eine Weichenstörung in Schönholz und ein defekter Zug zu schaffen. Wetterbedingte Ursachen seien aber nicht erkennbar, die S-Bahn fahre normal, sagte ein Sprecher. „Die Züge sind wesentlich voller als sonst, dadurch dauert das Ein- und Aussteigen länger.“ Die Taktfrequenzen würden weitgehend eingehalten. 528 Züge seien im Einsatz, geplant waren 530.





