Schloss Charlottenburg

Neuer Schlossflügel soll Ende 2014 wieder für Besucher öffnen

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Regina Köhler

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Der erste Bauabschnitt am Schloss Charlottenburg soll im Dezember fertig gestellt werden und der Schlossflügel wieder für Besucher öffnen. In Sanssouci steht 2014 die Gartenkunst im Mittelpunkt.

Die Berliner dürfen sich schon jetzt auf ein Weihnachtsgeschenk freuen. Als solches jedenfalls bezeichnet der Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Hartmut Dorgerloh, die Wiedereröffnung des Neuen Flügels des Schlosses Charlottenburg. „Das Gebäude soll am 26. oder 27. Dezember eröffnet werden“, kündigt Dorgerloh an.

Die Fertigstellung des Neuen Flügels ist ein wichtiger Punkt im Jahresprogramm der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, das Dorgerloh am Dienstag präsentierte. In den kommenden Monaten sollen demnach rund 21 Millionen Euro investiert werden, unter anderem in das Neue Palais, Schloss Cecilienhof, das Berliner Schloss Charlottenburg, das Orangerie-Schloss oder auch in Schloss Babelsberg. Alle diese Sanierungsarbeiten sind Teil des Masterplans für 2014.

Der Neue Flügel ist der erste von zehn Abschnitten der Baumaßnahme „Schloss Charlottenburg, Hüllensanierung“, der fertiggestellt wird. Das Gesamtprojekt umfasst größte Teile der Gebäudehülle der Schlossanlage und soll Ende 2017 abgeschlossen sein. Insgesamt stehen dafür 15 Millionen Euro zur Verfügung. In diesem Jahr will die Stiftung rund 3 Millionen Euro investieren. „Wir werden den Küchenflügel einrüsten und die Haustechnik erneuern“, sagt Dorgerloh.

16 Prozent weniger Besucher als 2012

Bis 2017 sollen dann die Fassaden des Schlosses, einschließlich der Fenster und die Haustechnik vom Keller bis zum Dach saniert sein. Auf diese Weise wird der Energieverbrauch im Schloss deutlich gesenkt. Gleichzeitig werden die klimatischen Bedingungen für die Kunstsammlung verbessert aber auch die Serviceeinrichtungen für die Besucher. So soll ein Aufzug eingebaut werden und künftig für Barrierefreiheit sorgen.

Für all diese Maßnahmen stehen insgesamt 155 Millionen Euro bereit. Der Bund trägt zwei Drittel, für den Rest kommen Berlin und Brandenburg auf. 2015 beginnen laut Dorgerloh die Verhandlungen, wie es nach Auslaufen des Masterplans im Jahr 2017 weitergeht. Dann müsse eine neue Liste aufgestellt werden, welche Objekte am dringendsten Hilfe benötigen.

Dorgerloh muss allerdings auch weniger Erfreuliches vermelden. Schließungen wie die des Neuen Flügels haben sich 2013 negativ auf die Besucherbilanz ausgewirkt. Die weltberühmten Anlagen und Häuser der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg mussten einen spürbaren Besucherrückgang verkraften. Ein Minus von rund 16 Prozent auf rund 1,7 Millionen Gäste im Vergleich zu 2012 sei registriert worden, sagte der Generaldirektor.

Open-Air-Ausstellung soll Andrang steigern

Grund sei unter anderem, dass ein Publikumsmagnet wie die Sonderschau „Friederisiko“ im Jahr 2012 fehlte. Allein dorthin kamen rund 330 000 Besucher. Auch waren einige Schlösser wegen ihrer umfangreichen Sanierung geschlossen. Allein in Charlottenburg hat es 2013 einen Rückgang um 103.639 Besuche gegeben. Die Verluste konnten im Alten Schloss nur teilweise kompensiert werden. Dort gab es im vergangenen Jahr immerhin ein Plus von 20.101 Besuchern.

Schließlich wirkte sich auch die schlechte Witterung im ersten Halbjahr 2013 auf die Besucherzahlen aus. Ausflugsziele wie die Märkischen Schlösser oder die Pfaueninsel wurden weniger häufig besucht als im Vorjahr.

Publikumsmagneten in diesem Jahr soll die Open-Air-Ausstellung „Paradiesapfel“ bieten. Im Park von Sanssouci geht es dann vor allem um die Gartenkunst. Die Besucher können viele Geheimnisse entdecken. Dazu gehört, wie die Gärten historisch genutzt worden sind, welche seltenen Pflanzen es gibt oder welche Verbindung zwischen dem Schönen und Nützlichen existiert, einschließlich der praktischen Gartenarbeit.

Die Schlössernacht wird in diesem Jahr am 16. August stattfinden. Im Gartenjahr lautet das Motto dieser Nacht „Die Natur ist aller Meister“. Teile des Gartens werden aufwendig illuminiert werden, es gibt Lesungen und Musik.