Die Berliner U-Bahn ist in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres durchschnittlich bei 97,5 Prozent der Fahrten pünktlich gefahren, bei der Tram waren es 91,9 Prozent. Das geht aus einer Antwort der Verkehrsverwaltung auf eine kleine Anfrage des Piraten-Abgeordneten Gerwald Claus-Brunner hervor.

Die pünktlichste U-Bahn-Linie war die U 4, die in 99,7 Prozent der Fahrten pünktlich war – sie ist allerdings auch mit nur fünf Stationen zwischen Nollendorfplatz und Innsbrucker Platz die deutlich kürzeste U-Bahn-Linie in der Stadt. Die pünktlichste Tramlinie war die ebenfalls kurze Linie 18 (Riesaer Straße–S-Bhf. Springpfuhl).

Die unpünktlichste U-Bahn-Linie war die U 1 zwischen Warschauer Straße und Uhlandstraße (95,4 Prozent). Die Tramlinie 21 zwischen S-Bahnhof Lichtenberg und S-Bahnhof Schöneweide war mit 87,3 Prozent die unpünktlichste Tram. Als pünktlich gilt bei der BVG eine Fahrt, die weniger als 90 Sekunden zu früh und weniger als 210 Sekunden zu spät in den Bahnhof einfährt.

Anders als bei der S-Bahn gibt es bei der BVG keine Probleme mit der Wartung der Fahrzeuge und dem Zustand der Wagen. Alle U-Bahn-Wagen werden nach Angaben der BVG innerhalb von 14 Tagen einer „gründlichen Wartung“ unterzogen, heißt es in der Antwort der kleinen Anfrage weiter.

S-Bahn deutlich unpünktlicher

Dagegen gibt es seit Jahren Probleme bei der S-Bahn. Die S-Bahn macht für die Verspätungen neben technischen Störungen an Fahrzeugen und Infrastruktur auch vermehrt unvorhersehbare äußere Einflüsse wie Notarzteinsätze und großräumige Streckensperrungen wegen polizeilicher Einsätze in der Hauptverkehrszeit dafür verantwortlich. So hat sich die Anzahl der verspäteten Züge wegen Polizeieinsätzen laut S-Bahn im Vergleich zum September mehr als verdoppelt.

Auch die notwendige Bautätigkeit zur Erhaltung des Schienennetzes mache die Einhaltung des Fahrplans komplizierter. Ganz gleich, welche Ursache einer Verspätung zugrunde liege, können sich schon kleine Störungen auf einzelnen Streckenabschnitten unmittelbar und wie ein Dominoeffekt auf ganze Teilnetze übertragen.

„Viele Themen überlagern sich im Moment. Die mangelhafte Pünktlichkeit zeigt, dass wir bei den Anstrengungen zur Steigerung der Betriebsqualität nicht nachlassen dürfen“, sagte S-Bahn-Chef Peter Buchner zuletzt. Die S-Bahn versuche zudem, die Pünktlichkeit mit technischen Verbesserungen zu erhöhen.

Insgesamt liegt die Pünktlichkeit der S-Bahn deutlich unter der 96-Prozent-Marke und damit klar unterhalb der Pünktlichkeitswerte der U-Bahn. Die U-Bahn ist auch weniger wetteranfällig als die S-Bahn, da die Züge größtenteils unter der Erde fahren.