Volksbegehren

Tempelhofer Feld - Bebauungsgegner setzen auf Schlussspurt

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Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Soll das Tempelhofer Feld frei bleiben oder dürfen dort neue Wohnungen entstehen? Die Frist für das Volksbegehren gegen die Baupläne des Senats läuft am Montagabend ab. Die Initiatoren sind zuversichtlich.

Das Volksbegehren für den Erhalt eines freien Tempelhofer Feldes hat nach Angaben der Initiatoren im Schlussspurt kräftig zugelegt. Am frühen Sonntagabend, einen Tag vor Abstimmungsende, fehlten laut Initiative nur noch etwa 6.000 Unterschriften. Am Freitag seien es noch 30.000 gewesen, die gefehlt hätten. Für einen Erfolg des Volksbegehrens sind bis Montag insgesamt 174.000 gültige Stimmen nötig.

Die Initiative setzt sich für den Erhalt des kompletten Tempelhofer Feldes als Park ein. Der rot-schwarze Senat dagegen will nur in der Mitte eine große Freifläche erhalten, an drei Rändern aber sollen auf rund 50 Hektar Wohnhäuser und teilweise auch Gewerbeflächen entstehen.

Berlins Grünen-Chef fordert Aussetzung der Bebauungspläne

Berlins Grünen-Chef Daniel Wesener forderte, die Senatspläne für die Bebauung des früheren Flughafenareals auszusetzen. Um echte Bürgerbeteiligung zu ermöglichen und Ideen für eine sinnvolle Bebauung zu entwickeln, müsse es ein Planungs-Moratorium geben, so Wesener.

Berlins Bausenator Michael Müller (SPD) brachte unterdessen einen gesetzlichen Schutz der verbleibenden Freifläche ins Gespräch. 230 der insgesamt 355 Hektar blieben unbebaut, sagte der SPD-Politiker der Berliner Morgenpost. „Trotzdem prüfen wir gerade, ob man die 230 Hektar auch gesetzlich vor einer Bebauung schützen kann.“ Eine solche Regelung müsse jedoch sehr sorgfältig ausgearbeitet werden, damit sie Bestand habe.

Initiative hofft auf Listen am letzten Tag

Nach Ansicht der Initiative „100% Tempelhofer Feld“ hat jedoch das gesamte Areal einen einmaligen Wert für Umwelt und Erholung, auch sei es kulturhistorisch wichtig. Sprecher Julius Dahms sagte am Sonntag, die Aktion sei im selbstgesteckten Zeitplan und sehr zuversichtlich. „Zum Ende hin explodieren die Zahlen noch mal, weil die Bürger ihre Listen mit gesammelten Unterschriften abgeben.“ Bis zum späten Sonnabend waren laut Dahms etwa 168.000 Unterschriften eingegangen, darunter aber auch noch einige ungültige.

( BM/dpa/ap )