Künftige Bebauung

Bausenator prüft gesetzlichen Schutz für Tempelhofer Feld

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Unterschriften sammeln bis zum letzten Tag

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Am 13. Januar endet das Volksbegehren der Bürgerinitiative „100 Prozent Tempelhof“. Nur wenige Tage zuvor haben wir Freiwillige getroffen, die Unterschriften für das Volksbegehren sammeln.

Video: BMO/ Max Boenke
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230 der 355 Hektar des Tempelhofer Feldes sollen für lange Zeit unbebaut bleiben. Dafür spricht sich Berlins Bausenator Müller aus. Derweil läuft die Frist für das entsprechende Volksbegehren ab.

Berlins Bausenator Michael Müller (SPD) geht im Streit um die Zukunft des Tempelhofes Feldes auf die Bürgerinitiative „100% Tempelhof“ zu: „Wir werden die 230 Hektar, die laut Masterplan frei bleiben, nicht anknabbern“, sagte Müller der Berliner Morgenpost.

Er sehe für „die kommenden Legislaturperioden keine politische Kraft, die an dieses Feld herangehen würde.“ Müller fügte hinzu, man prüfe zudem, ob man die Fläche „auch gesetzlich vor einer Bebauung schützen kann“. Das baue zusätzliche Hürden auf. „Damit so eine Regelung auch Bestand hat, muss sie aber sehr sorgfältig ausgearbeitet werden.“

Die Bürgerinitiative „100% Tempelhof“ sammelt im Rahmen eines Volksbegehrens Unterschriften gegen die Bebauung des insgesamt 355 Hektar großen Tempelhofes Feldes. An diesem Montag (13. Januar 2014) endet hierfür die Frist.

Der Berliner Grünen-Chef Daniel Wesener hat am Sonntag ein Aussetzen der Planung für das Tempelhofer Feld gefordert. Um echte Bürgerbeteiligung zu ermöglichen und Ideen für eine sinnvolle Bebauung zu entwickeln, müsse es ein Planungs-Moratorium geben, sagte Wesener.

Der rot-schwarze Senat und die Initiative zum Erhalt des Tempelhofer Feldes stellten die Berliner vor die falsche Wahl. Es sei weder richtig, auf dem ehemaligen Flughafen-Gelände keinen Stein umzudrehen, noch so teure und große Wohnungen zu bauen, wie der Senat das wolle.

Kritik auch von Architekten

Unterdessen kritisiert die Architektenkammer Berlin, die Planungen des Senats fänden größtenteils „hinter verschlossenen Türen“ statt. „Man kann Wettbewerbe veranstalten, so viel man will, wenn die Baufelder und der Flächennutzungsplan seit Jahren feststehen und man nichts verändern darf, dann hat das wenig Sinn“, sagte Präsidentin Christine Edmaier der Berliner Morgenpost.

Mit Skepsis beobachte sie, dass der Senat die bestehenden Planungen offenbar unter hohem Zeitdruck umsetzen wolle. Edmaier plädierte dagegen für ein Verfahren, in dem die „kreativsten Köpfe im Wettstreit der Ideen an einem optimalen Ergebnis arbeiten“ – also auch grundsätzlich neu denken dürften. Aber das lasse der Senat nicht zu.

Eine öffentliche Debatte sei aus fachlicher Sicht dringend geboten, zumal die Senatsplanungen teilweise mehrere Jahre alt seien und allein deshalb der aktuellen Nutzung des Feldes nicht gerecht würden. „Viele Planer schütteln angesichts der Konzepte für den Tempelhofer Damm den Kopf“, so die Präsidentin. Mehr noch: „Die Fachwelt ist entsetzt über die Banalität der Wohnblocks, die auf den veröffentlichen Luftbildmontagen zu sehen waren.“ Insbesondere die Entwicklung des Schillerkiezes erscheine ihr nicht plausibel, diese Baufelder kämen ihr vor wie ein „wenig durchdachter Appendix“ am bestehenden Quartier. Auch wenn das Tempelhofer Feld eine sehr große Fläche sei, so müssten Planungen gewährleisten, dass „der Eindruck der Weite des Parks“ nicht verloren gehe.

( BM )