Der Umweltverband BUND will gegen die Senatspläne für das Tempelhofer Feld vor Gericht ziehen. Derzeit werde ein Antrag auf einstweilige Verfügung vorbereitet, sagte Landesgeschäftsführer Tilmann Heuser am Mittwoch. Die Umweltschützer wollen verhindern, dass ein künstlicher See und ein Rundweg auf einem erhöhten Damm errichtet werden.

Beide Maßnahmen plane die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung als Ausgleich dafür, dass am Rande des Feldes Wohnhäuser entstehen sollen, kritisierte Heuser. In Wahrheit aber seien weder Wasserbecken noch Damm aus Sicht des Naturschutzes positiv einzuordnen.

Der künstliche See werde nach unten hin so abgedichtet, dass Regenwasser kaum versickern könne. „Das ist ein totes Gewässer“, sagte der naturschutzpolitische Sprecher des BUND, Andreas Faensen-Thiebes. Für deutlich weniger Geld könne eine Sickermulde gebaut werden.

Der aufgeschüttete Damm mit dem Rundweg solle durch die wertvollsten Flächen des gesamten Feldes gehen. Den Umweltschützern zufolge würden Brutreviere von etwa 35 Feldlerchen-Paaren beseitigt.

Naturschützer kritisieren: Bebauungspläne schon fertig

Der BUND sieht zudem das Recht auf Bürgerbeteiligung verletzt. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung stelle ihre Pläne als alternativlos dar. Diskutiert werde nur über Details, nicht aber über das Gesamtkonzept. So gebe es in Berlin noch andere Flächen, auf denen Wohnungen entstehen könnten. „Besonders wertvolle Flächen sollte man erstmal zurückstellen.“

Gegen die Baupläne des Senats hatte es auch am Montagabend heftigen Widerstand gegeben. Bei einer Diskussionsveranstaltung mit Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) hatten Anhänger der Bürgerinitiative „100% Tempelhofer Feld“ ihrem Ärger laut Luft gemacht.

Die von Müller vorgestellten Bebauungspläne seien schon bis in alle Einzelheiten ausgearbeitet, kritisierten Aktivisten, die auf der Bühne das Wort an sich rissen. Eine frühzeitige Bürgerbeteiligung sei politisch überhaupt nicht gewollt und nur lästige Pflicht. Die Einwände der Bürger würden nicht ernst genommen.

Müller betonte, die Baupläne stünden noch nicht fest. Dank engagierter Bürger sei auch in der Vergangenheit schon mehrmals umgeplant worden. „Es ist wichtig, zu hören, welche Wünsche und Ansprüche es an diesen Ort gibt.“ Er wünsche sich ein „gemeinsames Ringen um die beste Lösung für das Feld“.

Erneut versprach der Senator: „Mit mir wird es eine Bebauung der 230 Hektar großen Freifläche in der Mitte des Feldes nicht geben.“ An drei Rändern sollen nach Senatsplänen dagegen Häuser für Wohnen und Gewerbe entstehen.

dpa/mim