In der Nacht zum Freitag ist in Berlin-Rosenthal ein Mann auf seinem Grundstück an der Dietzgenstraße durch mehrere Schüsse getötet worden. Anwohner hatten gegen 22 Uhr Feuerwehr und Polizei alarmiert. Ein Notarzt der Feuerwehr konnte jedoch nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Bei dem Opfer soll es sich nach Angaben von Anwohnern um Rene K., einen 46 Jahre alten Mann, handeln. Zum Täter, der offenbar von den Zeugen gesehen und wahrscheinlich erkannt wurde, fehlt bislang jede Spur. Er soll nach deren Beobachtung in Richtung Französisch Buchholz geflüchtet sein. Noch fahndet die Polizei nach dem bewaffneten Täter.

Die Spezialisten der 1. Mordkommission haben am Tatort die Spuren gesichert. Sowohl auf dem Grundstück wie auch auf dem Gehweg davor wurden zahlreiche gelbe Markierungsschilder aufgestellt. Aus diesem Grund hatte die Polizei die Dietzgenstraße für mehrere Stunden in beide Richtungen komplett für den Fahrzeugverkehr gesperrt.

Enge Kontakte zum Rotlichtmilieu werden vermutet

Die Polizei sucht Zeugen, die in der Zeit von ca. 21.30 Uhr bis etwa 22.15 Uhr verdächtige Wahrnehmungen rund um die Wohnanschrift in der Dietzgenstraße 175 gemacht haben, und bitten diese, sich dringend bei der 1. Mordkommission zu melden.

Hinweise nimmt die 1. Mordkommission des Landeskriminalamtes an der Keithstraße 30 in Berlin-Tiergarten unter der Telefonnummer (030) 4664 911 111 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Indes spekulieren die Anwohner über das mögliche Tatmotiv, das zum Tod ihres Nachbarn, der dort mit einer Bekannten leben soll, geführt haben könnte. Rene K. soll nach Angaben einiger Anwohner enge Kontakte zum Rotlichtmilieu gepflegt haben. Dies bestätigt auch ein Ermittler gegenüber der Berliner Morgenpost. Es wird vermutet, dass dies ein Grund für die nächtliche Auseinandersetzung gewesen sein könnte. Zudem soll er auch Kontakte zur Rockerszene gepflegt haben.

Dieser Hintergrund wird auch in Bezug auf den bis heute nicht aufgeklärten Mord an einem Türsteher im September des vergangenen Jahres vermutet. Am 1. September, einem Sonntag, war der 39 Jahre alte Sebastian K. durch mehrere Schüsse schwer verletzt worden und wenig später in einem Krankenhaus verstorben. Zur Tatzeit war in dem beliebten Szene-Klub viel los. Mehrere Kollegen von Sebastian K., die vor der Tür standen, gingen jedenfalls hinein, um dort einen Streit zu schlichten. Der 39-Jährige blieb alleine vor der Tür – da fielen schon die Schüsse.

Polizei bittet um Zeugenhinweise

Nach den vorliegenden Erkenntnissen soll der Täter damals zu Fuß aus der Sredzkistraße auf das Gelände der Kulturbrauerei gekommen sein. Nach den Schüssen auf den Türsteher flüchtete er auch wieder in diese Richtung. Nach Aussagen einiger Zeugen soll der Mann zwischen 1,70 und 1,80 Meter groß gewesen sein. Er hatte eine sportliche Figur. Bekleidet war er mit einer dunklen Kapuzenjacke. Auf dem Rücken hatte er ein weißes Symbol, das nach bisherigen Aussagen nicht näher beschrieben werden kann. Außerdem hatte er eine dunkle Hose und dunkle Schuhe an. Sein Gesicht hatte der Schütze mit einem bunt gemusterten Tuch bedeckt.

Die Ermittlungen der Polizei zur Aufklärung des Mordfalls dauern an. 10.000 Euro Belohnung sind nach wie vor für Hinweise zur Ergreifung des Mörders ausgelobt. Hinweise auch zu diesem Fall können ebenfalls unter der Telefonnummer (030) 4664 911 111 abgegeben werden.

plet/mb