Das Holocaust-Mahnmal in Mitte ist nach Berichten israelischer Medien in der Silvesternacht geschändet worden. Das Internetradio Arutz Sheva (Kanal sieben) und die Online-Ausgabe der Zeitung „Ha’aretz“ zeigen auf ihren Internetseiten einen rund vierminütigen Film, in dem zu sehen ist, wie Menschen die Stelen der Gedenkstätte als Abschussbasis für Raketen missbrauchen, Böller in das Stelenfeld werfen und gegen die Quader urinieren. Titel des Videos ist: „Deutsche Hooligans schänden Berliner Holocaust-Mahnmal.“

Die israelische Botschaft reagierte betroffen auf den Vorfall. „Wir sind über dieses schreckliche Verhalten an einem so wichtigen Ort des Gedenkens entsetzt“, sagte eine Botschaftssprecherin am Mittwoch in Berlin. Die Botschaft vertraue darauf, dass die deutschen Behörden alles tun werden, um ähnliche Aktionen in der Zukunft zu vermeiden.

Die für das Mahnmal zuständige Stiftung „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ will wegen der Vorkommnisse mit der Berliner Polizei über ein neues Sicherheitskonzept sprechen. „Wir haben den Polizeipräsidenten um ein Gespräch gebeten, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen“, sagte Stiftungssprecherin Jenifer Stolz.

Mehr Sicherheitspersonal und mögliche Umzäunung des Geländes

Zur Diskussion stünden der Einsatz von mehr Sicherheitspersonal oder Polizisten am Rande von Großereignissen wie an Silvester mit der Feier am benachbarten Brandenburger Tor. Thematisiert werden müsse auch eine mögliche Umzäunung des Geländes und wer die Kosten dafür trägt. In der Silvesternacht habe die Stiftung bereits die Wachleute um vier auf sechs Mann verstärkt, die das 1,9 Hektar große Stelenfeld aber nicht komplett kontrollieren könnten.

Nach Angaben von Stolz stammen die Filmaufnahmen von einem britischen Journalisten, der für das israelische Internetradio arbeitet und den Film dort bereits am Sonntag veröffentlichte. Gegenüber der Stiftung habe er von rund 50 Personen gesprochen, die an der Schändung in der Silvesternacht beteiligt waren, darunter auch der Kleidung nach erkennbare Rechtsradikale.

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