Bettensteuer

Das Problem der City Tax ist die hastige Einführung

Andreas Abel

Foto: dpa

Seit Januar wird in Berlin die City Tax erhoben. Um nicht zu Steuersündern zu werden, müssen Hoteliers jeden Gast fragen, ob er geschäftlich reist. Das bringt nicht nur eine Menge Bürokratie mit sich.

Nun wird sie also kassiert, die City Tax. Allerdings nicht von allen Berlin-Besuchern. Wer geschäftlich hier ist, muss grundsätzlich nicht zahlen. Wer vor dem Jahreswechsel sein Zimmer gebucht hat, auch nicht. Schon an dieser Stelle wird deutlich, dass die Leidtragenden der Bettensteuer nicht die Touristen sind, sondern die Hotelbetreiber. Die sehen sich nun einem immensen bürokratischen Aufwand ausgesetzt, wenn sie nicht unbeabsichtigt zu Steuersündern werden wollen. Vor allem müssen sie von jedem Gast, der angibt, geschäftlich zu reisen, umfangreiche Informationen abfordern. Gastfreundschaft sieht anders aus, selbst wenn man dafür Geld verlangt.

Die City Tax wird voraussichtlich keine Touristen verprellen. Wer im Hotel pro Nacht 105 statt 100 Euro zahlt und im Hostel 42 statt 40, wird wohl kaum auf seinen Hauptstadt-Besuch verzichten. Das Problem besteht eher in der hastigen Einführung. Im Abgeordnetenhaus wurde die Steuer Monate später beschlossen als geplant. Am Einführungstermin wurde aber nicht gerüttelt. Nun müssen die offenen Fragen im laufenden Betrieb geklärt werden. Zudem sind in anderen Städten Klagen gegen eine Bettensteuer anhängig. Den Ausgang wollte der Senat nicht abwarten. Aber wem nutzt diese Eile?