Gehirnentzündung

Abschlussbericht bestätigt Todesursache von Eisbär Knut

Drei Jahre zog sich die Untersuchung des Todes von Knut hin. Es war laut Experten die umfangreichste Pathologie eines Tieres, die je durchgeführt wurde. Der Bär ertrank wegen einer Gehirnentzündung.

Foto: Rainer Jensen / dpa

Fast drei Jahre nach dem Ertrinken des Berliner Eisbären Knut steht nun abschließend fest, warum das Tier in den Wassergraben seines Geheges stürzte. Wie das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) am Freitag mitteilte, seien die Untersuchungen nun abgeschlossen. Demnach litt Knut an einer Enzephalitis, einer Entzündung des Gehirns, die dem Tier Krämpfe bereitete und die höchstwahrscheinlich durch eine Virusinfektion verursacht worden war. Damit bestätigten die Pathologen die ersten Vermutungen von Tiermedizinern unmittelbar nach Knuts Tod. Um welche Viren es sich handelte, konnten sie jedoch nicht feststellen.

Anders als immer wieder vermutet sei das Pferde-Herpesvirus, das bei anderen Eisbären in deutschen und anderen Zoos gefunden worden sei, nicht schuld an Knuts Tod, teilte das Institut für Wildtierforschung weiter mit. Auch ein Grippe-Virus, gegen das Knut Antikörper gebildet hatte, könne nicht für den Tod des Eisbären verantwortlich gemacht werden.

„Nach so viel harter Arbeit erscheinen die Resultate letztendlich ernüchternd. Wir können das Influenza-Virus nicht für den Tod von Knut verantwortlich machen“, konstatierte Professor Klaus Osterrieder, Direktor des Instituts für Virologie am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin.

Bisher umfangreichste Pathologie eines Tieres

Die Untersuchung des Eisbären zog sich fast drei Jahre hin. Laut IZW handelte es sich um die umfangreichste Pathologie eines Tieres, die je durchgeführt wurde. Mehrere Forschergruppen hätten ihre Kompetenzen gebündelt, um der Todesursache auf den Grund zu gehen. Dazu gehörten neben dem IZW unter anderem das Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems, das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, die Freie Universität Berlin und die University of California in San Francisco.

Knut war am 5. Dezember 2006 im Berliner Zoo geboren worden. Es war der erste Eisbärennachwuchs seit mehr als 30 Jahren. Knut wurde zu einer der größten Attraktionen im Berliner Zoo. Mit seinen Ziehvater, dem Tierpfleger Thomas Dörflein, zog er das Interesse der Menschen weltweit auf sich. Die Bilder von dem Bärenbaby gingen um die Welt. Am 19. März 2011 starb der Eisbär. Im Jahr 2008 war sein Pfleger Thomas Dörflein gestorben.