EU-Gerichtshof

Berliner Zoo behält die Exklusivrechte an Eisbär Knut

Eine britische Firma, die sich vor Gericht das Recht am Namen von Eisbär Knut erstreiten wollte, hatte keinen Erfolg: Der EU-Gerichtshof untersagte die Nutzung wegen Verwechslungsgefahr.

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Der Berliner Zoo hat zwar seinen prominenten Eisbären Knut als Publikumsattraktion verloren, behält aber die exklusiven Rechte an seinem Namen. Zweieinhalb Jahre nach dem Tod des beliebten Bären gewann der Zoo am Montag vor dem EU-Gericht in Luxemburg einen zähen Markenstreit.

Die britische Firma Knut IP Management ltd., deren Direktorin Agnieszka A. an der Auguststraße in Mitte ein Geschäft für Abendmoden führen soll, hatte sich die Rechte am Namen „Knut – der Eisbär“ sichern wollen. Sie wollte unter der Marke Schreibwaren, Kleidung und Sportartikel verkaufen.

Allein im Jahr 2007 soll es 49 Markenanmeldungen rund um Knut gegeben haben. Eine Firma aus Münster war aber schneller als die Londoner Firma, sie hatte bereits im Februar 2007 die ähnlich klingende Marke „Knud“ angemeldet. Und diese dem Zoo Berlin überlassen.

Das Luxemburger Gericht entschied nun, dass erhebliche Verwechslungsgefahr zwischen den beiden Namen bestehe. Es untersagte der britischen Konkurrenz, den Namen „Knut – Der Eisbär“ für ihre Produkte zu benutzen. Beide Marken enthalten den Vornamen Knud oder Knut, stellten die Richter fest. Verbraucher könnten die unterschiedliche Schreibweise leicht übersehen, die Namen seien zu ähnlich. Zudem sollten beide Marken vergleichbare Güter wie Sportartikel und Spielzeug bewerben.

Der Berliner Zoo reagierte erleichtert auf die Entscheidung. „Wir sind froh“, sagte Sprecherin Claudia Bienek. Der Zoo werde jetzt aber keine neuen Verkaufsartikel zu Knut kreieren und in Umlauf bringen.

Der Zoo hatte im Dezember 2007 vor dem EU-Markenamt im spanischen Alicante Widerspruch gegen die Eintragung der von der britischen Firma angemeldeten Marke eingelegt. Das Markenamt hatte dem Zoo mit Urteil vom März 2010 recht gegeben. Gegen diese Entscheidung wiederum klagte aber das britische Unternehmen vor dem EU-Gericht in Luxemburg.

Auch nach dem Urteil des EU-Gerichts könnte der Rechtsstreit noch weiter gehen. Die unterlegene britische Firma könnte den Fall vor die obere Kammer bringen, den Europäischen Gerichtshof.