Tierpark

Nach Knut - Berlin hat wieder einen neuen Eisbären

Im Tierpark in Friedrichsfelde lebt ein neuer Eisbär. Das knapp zweijährige Tier kommt aus Moskau und soll in Berlin für Nachwuchs sorgen.

Foto: dpa

Mehr als zwei Jahre nach dem Tod von Publikumsliebling Knut gibt es in Berlin wieder einen neuen Eisbären.

Der knapp zweijährige Bär kommt aus dem Moskauer Zoo und lebt sich jetzt in Friedrichsfelde ein, wie der Chef von Tierpark und Zoo in der Hauptstadt, Bernhard Blaszkiewitz, am Dienstag sagte. Der neue Eisbär habe noch keinen Namen.

Der Neuzugang war am Dienstagnachmittag noch nicht in seinem Gehege zu sehen. Am Freitag würde er jedoch bei einem Pressetermin vorgestellt, so Blaskiewitz.

Der russische Bär soll nun mit Bärin Tonja für Nachwuchs sorgen. „Zum Spielen ist er jedenfalls nicht hier“, sagte Blaszkiewitz. Für den Eisbären sei nichts gezahlt worden, sagte der umstrittene Tierparkchef, der im Sommer 2014 seinen Hut nehmen muss. „Zwischen zoologischen Tiergärten handeln wir nicht.“

Die Transportkosten lagen nach Informationen aus Moskau bei 8000 Euro. Zu Spekulationen, dass für den Eisbären eine halbe Million Euro geflossen sein solle, hieß es im Moskauer Zoo: „Die Summe stimmt nicht.“

Im November 2011 waren im Moskauer Zoo drei Eisbärenbabys zur Welt gekommen. Im Frühjahr 2012 konnten sie erstmals im Freigehege beobachtet werden.

Tierpark benötigt dringend eine Attraktion

Der Tierpark im Ostteil Berlins hat seit Jahren zu wenige Besucher und könnte dringend eine Attraktion benötigen. Blaszkiewitz war auch vorgeworfen worden, sich unzureichend für ein Zukunftskonzept der Einrichtung eingesetzt zu haben. Der Aufsichtsrat hatte nach massiver Kritik an Blaszkiewitz beschlossen, dessen im Juni 2014 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern.

Bärin Tonja stammt ebenfalls aus einem russischen Zoo. Sie kam vor zwei Jahren in den Tierpark. Ursprünglich war sie als Partnerin für Knut im Zoo im Westteil Berlins gedacht.

Knut, der dort Millionen Besucher angezogen hatte, starb im März 2011 an einer Virusinfektion. Er kam im Zoo zur Welt und war mit der Flasche aufgezogen worden. Er wurde nur rund vier Jahre alt.

Ein neues Bärchen wird es im Tierpark aber so schnell nicht geben. Männliche Eisbären werden erst im vierten Lebensjahr geschlechtsreif.

Der Berliner Tierpark, in der DDR als Gegenstück zum Zoo gegründet, hatte seit Jahren keinen eigenen Nachwuchs bei den Eisbären. Mit dem Neuankömmling aus Moskau gibt es dort nun vier Eisbären.

Troll war bislang einziger männlicher Eisbär in Berlin

Troll, seit Knuts Tod der einzige männliche Eisbär in Berlin, ist bereits 27 Jahre alt. Er wurde in Wuppertal geboren, kam nach Schwerin und von dort 1996 in den Tierpark. Er war im Sommer 2011 in den Zoologischen Garten umgesiedelt worden, weil er dort für Nachwuchs sorgen sollte.

Doch der Versuch scheiterte. Es kam zu Kämpfen unter den drei Eisbärinnen. Bei einer blutigen Auseinandersetzung mit Knuts Mutter Tosca verlor die Bärin Nancy einen Zahn. Nur knapp zwei Monate blieb Troll im Zoo-Gehege. Im Herbst 2011 wurde er wieder zurück nach Friedrichsfelde gebracht. Das Veterinäramt Mitte hatte sich dafür ausgesprochen.

Trolls langjährige Lebensgefährtin Aika im Tierpark wird im November 33 Jahre alt. Sie hatte drei Mal Junge zur Welt gebracht und zwei Babys selbst aufgezogen.

Tierpark-Besucher können das Geschehen im Eisbären-Gehege jetzt besser beobachten. Im Frühjahr wurde eine Auffahrt errichtet, die anstelle der bislang vorhandenen Treppe nun bis zum Schwimmbecken führt. Durch eine neue 30 Quadratmeter große Glasscheibe kann man in das Becken sehen. Der Förderverein Freunde der Hauptstadtzoos stellte dafür 120.000 Euro zur Verfügung.