Die Hauptstadtkampagne „be Berlin“ hat auch in den kommenden Jahren rund sechs Millionen Euro jährlich zur Verfügung, um Berlin in aller Welt zu vermarkten. Die Hälfte davon zahlt wie auch in diesem Jahr das Land, die andere Hälfte steuert die „Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH“ bei, die mit dem Marketing beauftragt ist. Dort engagieren sich auch 48 private Unternehmen, die dies möglich machen.

„Kommen Sie mit Ihren Kindern nach Berlin. Die sind später sowieso hier“ oder „Typisch Berlin: überall Platz zum Denken“ lauten nur zwei der vielen Sprüche, mit denen die von der Senatskanzlei beauftragte „Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH“ weltweit für Berlin wirbt. Waren es laut Senatssprecher Richard Meng zum Start der Kampagne im Jahr 2008 hauptsächlich Botschaften für die Berliner, geht es heute eher darum, die Berliner Themen in die Welt zu tragen.

Dabei steht nicht nur die touristische Vermarktung im Mittelpunkt, sondern auch der Wirtschafts- und Technologiebereich, für den Partner gesucht werden. Für Berliner Unternehmen sei der US-amerikanische Markt noch sehr interessant, sagte Melanie Bähr, Geschäftsführerin von Berlin Partner. Aber auch der asiatische Bereich für den Verkehrs- und Mobilitätsmarkt. Energietechnik und Gesundheitsthemen seien besonders in arabischen Ländern wichtig.

Auf Reisen des Regierenden Bürgermeisters für Berlin werben

Um die Stadt zu präsentieren und einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen, werden auch die Reisen des Regierenden Bürgermeisters genutzt. Istanbul, Peking, Tokio, Buenos Aires – auch das kommende Jahr bietet für die Berlin-Werber viele Gelegenheiten, beispielsweise bei Jubiläen von Städtepartnerschaften zu zeigen, wie vielseitig Berlin ist.

2014, 25 Jahre nach dem Mauerfall, biete sich dazu hervorragend an, sagte Senatssprecher Meng: „Dabei wird nicht die Erinnerung im Mittelpunkt stehen, sondern wir wollen zeigen, was aus solch einer Ausnahmesituation für eine geteilte Stadt 25 Jahre danach geworden ist. Eine Riesenchance.“ Nicht nur Tourismuswerbung, sondern auch in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur werde gezeigt, was die Metropole aus dieser historischen Chance gemacht hat. Im Frühjahr sollen die einzelnen Aktionen vorgestellt werden, auch diejenigen, die in Berlin organisiert werden.

Messe „Metropolitan Solutions“ soll in die Hauptstadt

Nach Befragungen bei den großen Auftritten in diesem Jahr in Washington, New York, Tel Aviv, Hanoi und Sao Paulo haben 75 Prozent der Besucher der Veranstaltungen einen guten Eindruck von Berlin gewonnen, ein Drittel kann sich vorstellen, in Berlin zu investieren. Wer jedoch meine, dass die Beliebtheit Berlins in der Welt ein Selbstläufer sei, irre, sagten die Vermarkter. Andere Metropolen würden ihre Strategien ebenfalls bündeln.

Beim Wettrennen, Lösungen für die Stadt der Zukunft anzubieten, hat Berlin laut Bähr gute Chancen. Aber auch Städte wie Wien und Barcelona bereiteten sich intensiv vor. „Da dürfen wir den Anschluss nicht verlieren“, so Bähr. Angestrebt werde deshalb, die Messe „Metropolitan Solutions“ aus Hannover nach Berlin zu holen.