Für modebewusste Berliner ist Michael Michalsky längst eine Institution. In seinem Shop am Potsdamer Platz und bei der StyleNite auf der Fashion Week setzt der Designer Trends im Bereich urbaner Streetstyle. Im Gespräch mit Laura Fölmer hat er sich dem perfekten Outfit für alle Familienmitglieder unter dem Weihnachtsbaum angenommen.
Berliner Morgenpost: Herr Michalsky, was für eine Rolle spielt das Weihnachtsfest für Sie?
Michael Michalsky: Ich freue mich, dass die Weihnachtszeit eine Jahreszeit ist, in der die Menschen sich etwas mehr Ruhe gönnen. Man setzt sich mit Freunden zusammen und hat Gespräche, die nicht von Terminen eingerahmt sind. Das ist schön. Mit dem christlichen Ansatz des Weihnachtsfestes kann ich nichts anfangen.
Was tragen Sie Heiligabend? Etwas Besonderes?
Nein, nichts Besonderes, da ich jeden Tag natürlich darauf achte, wie ich mich kleide. Das sollten alle Menschen tun.
Gibt es Trends bei der Mode zu Weihnachten? Besondere Farben? Wie ausgefallen darf es sein?
Ich bezweifle, dass es eine „Weihnachtsmode“ gibt. Es sei denn, Sie meinen die Kostüme der Weihnachtsfiguren. Die stehen aber fest, das ist kein Trend.
Was empfehlen Sie einem Mann in diesem Jahr?
Nehmen Sie sich nicht nur zu Weihnachten Zeit für Ihre Frau, Freundin oder Ihren Freund.
Was trägt die Dame des Hauses?
Parfum.
Und wie kann sich Oma zu Weihnachten schick machen, damit Sie neben ihrer hübschen Enkelin gut aussieht?
Omas brauchen sich nicht schick machen, sie überzeugen durch Güte und Gelassenheit. Wenn die Oma erst 40 Jahre alt ist, sieht sie hoffentlich sowieso gut aus.
Wie gewagt darf das Weihnachtsoutfit ein? Gibt es No-Gos für Sie?
Das kommt auf den Anlass an. Ein tiefer Ausschnitt und Schlitz im Kleid sind auch in der Kirche okay. Dort kommt es auf die inneren Werte an. Sagt man.
Wenn der Weihnachtsmann ein neues Outfit von Ihnen bekommen würde, was würden Sie ihm anziehen? Gibt es eine Alternative zum roten Mantel?
Keine Chance. Das ist Berufsbekleidung. Ein cooler Weihnachtsmann könnte einen roten Ledermantel tragen statt immer dieses Filzzeug.
Welches Kleid aus ihrer Kollektion würden Sie dem Christkind empfehlen?
Das Kleid ist unwichtig. Ins Auge stechen die Flügel. Auf die würde ich meinen aktuellen Kollektionsprint drucken. Der heißt „Sweet Freedom“.
Niemand freut sich über Socken oder eine Krawatte zu Weihnachten. Darf man Kleidung verschenken? Und wie schafft man es, dabei nicht ins Fettnäpfchen zu treten?
Natürlich darf man Kleidung verschenken. Man sollte wissen, was der jeweiligen Person steht. Kleidung soll die Persönlichkeit des Trägers oder der Trägerin unterstreichen. Schöne Socken sind durchaus eine gute Wahl. Viele Menschen tragen furchtbare Socken.
Nur kurz nach Weihnachten steht die nächste Styling-Herausforderung an: Das Silvester-Outfit. Gehen Glitzer und Pailletten immer? Welche Tipps haben Sie für das perfekte Party-Outfit?
Glitzer allein macht aus einer Ente keinen Schwan. Der Gesamtlook soll stimmen, dazu gehört auch ein gutes Make-up. Die Dame soll nicht verkleidet wirken und muss sich in den Klamotten wohl fühlen. Am Silvesterabend kann ich immer sofort sehen, welche Frauen das lange Kleid vom Vorjahr rausgekramt haben, das die letzten zwölf Monate im Schrank hing. Egal, wie gut die Dame darin aussieht, man merkt sofort, dass sie sich nicht wohl fühlt. Person und Outfit müssen zusammen passen. Egal, welcher Style.










