Im hart umkämpften Berliner Hotelmarkt stellt sich das „Hotel Concorde Berlin“ neu auf. Ab Februar wird das Fünf-Sterne-Superior-Haus unter der Marke Sofitel Luxury Hotels von der französischen Accor-Gruppe gemanagt. „Für die Mitarbeiter ändert sich nichts, die Betriebsgesellschaft wird unter anderem Namen fortgeführt“, sagt Hoteldirektor Carsten Colmorgen. Er hatte das im November 2005 eröffnete Haus an der Augsburger, Ecke Joachimstaler Straße als Luxushotel mit französischen Wurzeln in der City-West aufgebaut. Damals stand es um den Standort noch nicht so gut wie heute. Die Entwicklung, die dann mit dem Bau des Zoofensters und dem Ausbau des Bikinihauses einsetzte, ließ noch auf sich warten.
Direktor bleibt im Amt
Carsten Colmorgen, der sich auch in der Arbeitsgemeinschaft City ehrenamtlich engagiert, wird die Veränderungen, die mit dem neuen Management in seinem Hotel einhergehen sollen, weiter als Hoteldirektor begleiten. „Das Haus wird unter dem neuen Namen ,Sofitel Berlin Kurfürstendamm’ geführt werden. Unser Team mit 170 Mitarbeitern ist stolz, ins internationale Netzwerk von Sofitel zu kommen. Weltweit gehören dazu 120 Häuser, insgesamt betreibt Accor weltweit 3600 Hotels“, sagt er. Die Strategie von Concorde hingegen, das in seinem Portfolio 25 dieser hochklassigen Häuser wie das Martine in Cannes oder das Le Crillon in Paris hatte, sei nicht mehr auf Expansion ausgerichtet. Das Unternehmen ziehe sich aus der Luxus-Kategorie zurück und konzentriere sich auf Marken im Economy-Bereich.
Das Hotel Concorde wurde bereits bei seiner Eröffnung 2005 für seine gelungene Architektur gelobt. Entworfen hatte das Haus mit den 311 Zimmern, von denen die kleinsten 40 Quadratmeter groß sind und unter denen 44 Suiten sind, der Berliner Architekt Jan Kleihues. Wie ein Schiffsbug rage das Hochhaus über die klassische Berliner Traufhöhe. Der steinere Koloss sei kraftvoll auf die Straßenecke gesetzt und in den schönen Muschelkalkfassaden fein moduliert, lobten Architekturkritiker. Familie Hans Grothe, die neben dem 17-stöckigen Concorde-Neubau auch das gegenüberliegende Gebäude mit dem „Swissotel“ errichten ließ, wird Eigentümer beider Gebäude bleiben. Architekt Kleihues wird die geplanten Umbauten im Hotel Concorde begleiten. Die französischen Namen im Innern des Hotels – beispielsweise die Brasserie Le Faubourg oder die Tagungsräume Louvre, Vendome oder Madeleine – bleiben erhalten. Jedoch werden Teile der offenen Bereiche umgestaltet. Sie sollen etwas intimer werden. „Der Gast soll nicht das Gefühl haben, in ein Business-Hotel zu kommen“, erläutert Hoteldirektor Carsten Colmorgen.
Die Auslastung steigt
Das Hotel Concorde belegt unter den Luxushotels in der City-West eine führende Position. Die Auslastung ist steigend. Dieses Jahr liegt sie laut Colmorgen bei knapp 80 Prozent. Bei dem nach wie vor wachsenden Hotelmarkt in der Stadt liegt die durchschnittliche Auslastungsrate der rund 125.000 Betten in Berlin lediglich bei 65 bis 70 Prozent. „Verglichen mit anderen Metropolen müsste sie höher sein, um Wirtschaftlichkeit zu garantieren“, sagt Hans Eilers, Direktor des Savoy Berlin und Vorstandsvorsitzender von „Visit Berlin Partnerhotels e.V.“, ein Marketingverbund mit 300 Berliner Hotels, die jährlich freiwillig eine Million Euro als Marketing-Umlage an den Stadtvermarkter „Visit Berlin“ zahlen.
Umfirmierungen oder Betreiberwechsel wie jetzt beim Hotel Concorde bewegten sich im Rahmen des Üblichen, sagte Eilers weiter. Der Berliner Hotelmarkt mit seinen rund 20 Fünf-Sterne-Häusern sei nach wie vor wachsend, aber auch ein stark umkämpfter Markt. In den kommenden zwei bis drei Jahren, wenn weitere rund 15.000 Betten an den Start gehen, sollte auch die Auslastung steigen. „Sonst wird sich auch der Preis nicht bewegen“, prognostiziert Eilers. Die über das Zentrum in etwa gleich verteilten Luxushotels hätten jedoch schon deutlich bei Preis und Auslastung aufgeholt. Das sei nicht zuletzt besonders den ausländischen Gästen zu verdanken, die Berlin verstärkt besuchten.
Die vom Senat auf den Weg gebrachte und am gestrigen Donnerstag vom Abgeordnetenhaus beschlossene City Tax in Höhe von fünf Prozent, die die Hoteliers den Gästen ab 2014 in Rechnung stellen sollen, kritisiert Eilers jedoch als „unsägliche Neuerung“. Sie sei kontraproduktiv und könne die Betriebe in ihrer Wirtschaftlichkeit gefährden. „Doch der Senat ist leider beratungsresistent, die Politiker scheinen nicht zu wissen, was sie tun, und es scheint sie auch nicht zu interessieren“, sagt Eilers. Auch Hoteldirektor Colmorgen ärgert es, „dass er den Steuereintreiber für den Senat spielen soll“, wie er sagt. Beide freuen sich aber, dass die City-West mit den Hotels inzwischen aber auf einem guten Weg ist. „Die Hotellerie in der City-West bietet für jeden Geldbeutel und jeden Geschmack etwas“, bilanziert Hans Eilers. Im Januar starte ein neues Hotel am Steinplatz, das „25hours“ Designhotel im Bikinihaus an der Budapester Straße wolle im Frühjahr eröffnen, und auch die Kantstraße entwickle sich insgesamt gut.





