Der Zoo Palast hat den fulminanten Auftakt geliefert, der Rest des Bikini-Berlin-Projekts gleich nebenan soll in wenigen Monaten folgen. Bei einer Besichtigung überzeugten sich Bezirksverordnete aus Charlottenburg-Wilmersdorf über den Fortschritt auf der prominenten Baustelle im Herzen der City West.
Projektleiter Jürgen Büllesbach, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Bayerischen Hausbau, zeigte der Gruppe das umgebaute und sanierte Gebäude an der Budapester Straße, in dem sich Geschäfte und jede Menge neue Gastronomiebetriebe ansiedeln werden.
Die Bauarbeiter seien damit beschäftigt, die letzten noch fehlenden acht Prozent fertigzustellen. Als gemeinsamen Eröffnungstermin aller Mieter nannte Büllesbach das kommende Frühjahr. Die Gastronomieflächen seien bereits an die Betreiber zum weiteren Innenausbau übergeben worden, die Räumlichkeiten für die Geschäfte folgen laut Büllesbach im Januar 2014. Dann beginnen die Händler ihre Läden individuell auszustatten.
Neue 7000-Quadratmeter-Terrasse des Bikinihauses
Besonders beeindruckt zeigten sich die Kommunalpolitiker von der 7000 Quadratmeter großen neuen Dachterrasse, die auf der Rückseite des ehemaligen Bikinihauses entstanden ist. Sie bietet einen direkten Blick in den Zoo und soll öffentlich zugänglich sein. Die Terrassen-Cafés dürften sich schnell als neuer Hotspot für Berliner und Touristen entwickeln.
„Vorbildlich wie hier mit der Denkmalpflege umgegangen wird“, lobte Volker Heise (Grüne), Vorsitzender des Ausschusses für Tiefbau und Grünflächen nach der Besichtigung das Projekt. Auch der Neubau im hinteren Teil des Grundstücks mache das ganze Areal viel besser zugänglich und öffne es zum Zoo hin. „Früher wirkte das Bikinihaus wie ein Riegel“, sagte er.
Viel Lob für das Bikinihaus
Auch Stadtplanungsleiter Rainer Latour hatte nur lobende Worte für das Bauprojekt, ergänzte aber, dass sich der Bauherr erfreulicherweise im Laufe der Planung von einigen Ideen verabschiedet hat: „So passt sich das neue Staffelgeschoss auf dem Dach jetzt angenehm an den Charakter des Bestandsgebäudes ein. Zuvor waren dort Einzelaufbauten geplant.“
Alle öffentlichen Bereiche – also auch die große neue Shopping-Halle im Erdgeschoss mit der grünen, offen bleibenden Stahlkonstruktion und der breiten Freitreppe – sind nach Auskunft einer Sprecherin von „Bikini Berlin“ baurechtlich bereits abgenommen. Die Mieterareale würden abgenommen, wenn deren Ausbauten fertig sind. Das kleine Hochhaus mit dem Hotel, das ebenfalls zum neuen Bikini-Berlin-Ensemble gehört, wird nach dem Ausbau auch baurechtlich abgenommen. Kino und Parkhaus haben bereits das baurechtliche Okay.
Shoppingmall für unkonventionelle Geschäftsideen
Angetan von der neuen Sicht auf den Breitscheidplatz mit dem Weihnachtsmarkt zeigten sich die Ausschussmitglieder im früheren Luftgeschoss des Bikinihauses im zweiten Stock. Es hatte dem Gebäude einst den Namen gegeben und knüpft nun bei der Sanierung mit einer großen Glasfassade an die Idee des Luftgeschosses an. Nach der Eröffnung werden dort ausgefallene Designwaren angeboten.
Überhaupt sollen in der neuen Shoppingmall unkonventionelle Geschäftsideen finden – seien es Boutiquen, Concept- oder Flagship-Stores, Gastronomie- und andere Dienstleistungen. Als Höhepunkt der Neuerungen ist er „Bikini Pool“ gedacht, ein großer öffentlicher Raum mit einer Freitreppe im Erdgeschoss. In dem marktplatzähnlichen Areal können sich Geschäftsleute sogenannte Pop-Up-Stores oder Bikini Berlin Boxes mieten. Sie erinnern an Messestände, sind aber wesentlich komfortabler und abschließbar. Der Zeitraum ist variabel, ab drei Monate sind möglich – so können beispielsweise neue Produkte getestet werden.
Modernisierung des Bikinihauses kostet dreistelligen Millionenbetrag
Insgesamt entstehen im denkmalgeschützten Bikinihaus auf einer Gesamtlänge von 200 Metern 17.000 Quadratmeter Handels- und Gastronomiefläche. Vor seiner Komplett-Sanierung und dem Umbau wurde das Gebäude als Bürostandort genutzt, war also für die Öffentlichkeit größtenteils nicht zugänglich. Nur im Erdgeschoss gab es Läden, sie offerierten hauptsächlich touristische Waren und waren nur von der Straße aus zugänglich.
Die Bayerische Hausbau hat das Ensemble, zu dem auch das Hochhaus am Hardenbergplatz gehört, bereits 2002 gekauft, sie investiert einen dreistelligen Millionenbetrag in seine Modernisierung und Neuausrichtung.




