Der Grünen-Beschluss, sich für einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr in Berlin einzusetzen, stößt bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) auf Vorbehalte. „Man kann das machen, die Frage ist nur: Wer zahlt?“, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz am Sonntag. BVG und die von der Deutschen Bahn AG betriebene S-Bahn nehmen zusammen 900 Millionen Euro mit Fahrkarten ein, die von öffentlicher Seite ersetzt werden müssten.
Reetz äußerte weitere Bedenken: „Ich befürchte, dass dann die Wertschätzung für die Leistung der Mitarbeiter nachlässt. Nach dem Motto: Was nichts kostet, ist nichts wert.“ Die Berliner Grünen wollen Bus- und Bahnfahrten in der Hauptstadt langfristig kostenlos anbieten. Das hatten sie bei ihrem Parteitag am Samstag beschlossen.
Grüne Jugend setzte sich durch
Die Grüne Jugend hatte sich mit einem umstrittenen Antrag durchgesetzt, der das Ideal eines steuerfinanzierten, kostenfreien Nahverkehrs propagiert. Die Grünen wollen sich zudem für eine bessere Anbindung der Berliner Außenbezirke an den Nahverkehr in der City einsetzen.
Pendler müssten leichter und ohne Zeitverlust zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln umsteigen können, heißt es in dem Antrag. Konkret wollen die Grünen, dass Fahrräder mit der Monatskarte der Berliner Verkehrsbetriebe kostenlos mitgenommen werden dürfen. Busse sollen häufiger fahren, Auto-Parkplätze in Fahrradstellplätze umgewandelt werden. Die Grünen sind außerdem für Radschnellwege, mehrspurige Vorfahrtsstraßen für Radler. Die Verkehrslenkung Berlin als Sonderbehörde des Landes wollen sie abschaffen.
dpa/ap





