Wenige Wochen vor Weihnachten sind in Berlin 107 Gefangene vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Dies wurde laut Senatsverwaltung für Justiz durch die diesjährigen Gnadenerweise möglich. Damit kamen Häftlinge früher frei, die regulär zwischen dem 28. November 2013 und 6. Januar 2014 entlassen worden wären, sagte die Sprecherin der Justizverwaltung, Lisa Jani.
Ohne gute Führung während der Haft komme eine vorzeitige Entlassung aber nicht infrage, so die Sprecherin. Zudem müssten Entlassungs-Kandidaten „draußen“ eine Unterkunft haben und ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können. Im vergangenen Jahr profitierten mit 105 Strafgefangenen fast genauso viele wie 2013 von der sogenannten Weihnachtsamnestie.
Doch nicht jeder kann von der Regelung profitieren. Gewaltverbrecher und Sexualstraftäter werden nicht früher entlassen. Das Gleiche gilt für Verurteilte mit Drogendelikten, Staatsschutzvergehen oder Verurteilte wegen Landfriedensbruchs. Derzeit sitzen knapp 4170 Inhaftierte in den Berliner Gefängnissen.
Die Gnadenerweise spricht die Senatsverwaltung aus. Auch der Gnadenausschuss des Abgeordnetenhauses hatte zugestimmt.
In der Vergangenheit packten weit mehr Gefangene vorzeitig ihre Sachen zusammen. Ein Grund: Die Gefängnisse waren voller. Noch 2011 konnten knapp 300 Häftlinge vor Weihnachten das Gefängnis hinter sich lassen. Damals saßen mit rund 4450 Häftlingen auch 300 mehr ein.
dpa/sei





