Prozess

Arabische Großfamilien liefern sich blutige Fehde in Staaken

Eine Fehde unter zwei arabischen Familien soll im März eskaliert sein. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt. Jetzt landete der Streit vor dem Berliner Landgericht.

Nach einer Familienfehde unter Großfamilien müssen sich Angehörige und Unterstützer eines Clans vor dem Berliner Landgericht verantworten. Die Angeklagten, denen Körperverletzung und Landfriedensbruch vorgeworfen wird, verweigerten am Donnerstag vor dem Berliner Landgericht die Aussage. Ein 20-Jähriger hatte zudem Verstrickungen über seinen Anwalt pauschal bestritten.

Vater und Sohn der gegnerischen Familie sollen in der Nacht zum 26. März 2013 vor ihrem Haus in Berlin-Staaken misshandelt worden sein. Zwei Söhne des beschuldigten Familienoberhauptes sollen einen Angehörigen des anderen Clans mit Fäusten geschlagen haben. Kurz darauf soll einer der Brüder dem Vater der verfeindeten Sippe mit einem brutalen Fußtritt den Kiefer gebrochen haben. Der Mann sei vier Tage bewusstlos gewesen und musste wiederbelebt werden.

Ein konkretes Motiv nennt die Anklage nicht

Etwa zwei Wochen später sollen die Angeklagten mit bis zu zwanzig unbekannten Unterstützern versucht haben, das Haus der verfeindeten Sippschaft zu stürmen. Die Männer seien bewaffnet gewesen. Dabei sollen Todesdrohungen gefallen sein. Ein konkretes Motiv nennt die Anklage nicht. Der Ankläger sagte am Rande des Prozesses, dass es sich um eine Frauengeschichte handeln solle.

Der mit 16 Jahren jüngste der ursprünglich neun Angeklagten ist nicht zum Prozess erschienen. Der Schüler soll sich im Libanon aufhalten. Sein Verfahren wurde abgetrennt und soll später verhandelt werden. Das Gericht gab bekannt, dass vor dem Hintergrund der Streitigkeiten der beiden Großfamilien auch gegen den Vater und Sohn der anderen Familie eine Anklage erhoben wurde.

( dpa/alu )