Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg möchte die bislang geduldete Besetzung der ehemaligen Schule an der Ohlauer und Reichenberger Straße in Kreuzberg beenden. „Es ist an der Zeit, dass sich die jetzige Wohnstruktur dort auflöst“, sagte Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) der Berliner Morgenpost. Einen Zeitplan dafür gebe es aber nicht.

„Ein selbstverwaltetes Flüchtlingsheim ist das schon lange nicht mehr“, kritisierte sie. Die Bewohner hätten keine Organisationsstruktur und übernähmen keine Verantwortung für den Betrieb und die Einrichtung. Sie verliere langsam die Geduld, so Herrmann. Das Bezirksamt helfe den Bewohnern, Wohnungen zu finden, die Integrationsbeauftragte des Bezirks biete Beratung. Stadtrat Hans Panhoff (Grüne) spreche jede Woche mit den Besetzern.

Bezirksamt hofft auf freiwilligen Auszug

Panhoff, Stadtrat für Bauen und Immobilien, bestätigte, die ehemalige Schule solle ein Haus für Projekte werden. Man habe die Besetzung geduldet, solange über die künftige Nutzung verhandelt werde. Doch nun sei nicht mehr viel Zeit. In den Gesprächen habe er den Bewohnern klargemacht, dass der Bezirk das Gebäude beanspruche.

Diese Information hätten sie bislang nicht gehabt, „nun muss sich das erst mal setzen“, so Panhoff. In dem Haus könnten künftig auch Flüchtlingsprojekte Platz finden, nur eben nicht zum Wohnen.

Noch hofft das Bezirksamt, dass die geschätzt 200 Bewohner freiwillig ausziehen. Zunächst handelte es sich um Flüchtlinge, die vom Oranienplatz dorthin gezogen waren. Inzwischen hat offenbar niemand mehr einen Überblick, welche Gruppen dort wohnen.

ab