Berliner Baustellen

ADAC warnt vor Verkehrschaos bei frühem Winter

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Knapp 90 Dauerbaustellen bremsen Berlins Autofahrer aus. Bei Frost dürften die Arbeiten zumindest teilweise zum Erliegen kommen. Der ADAC fordert nun: Keine neuen Baustellen vor Wintereinbruch.

Der ADAC Berlin-Brandenburg befürchtet in den kommenden Wochen ein Baustellenchaos. Nach Angaben des Automobilclubs bremsen derzeit knapp 90 Dauerbaustellen den Verkehr in der Innenstadt. Einsetzender Frost könne die Arbeiten vielerorts schon bald zum Erliegen bringen, warnte ADAC-Verkehrsvorstand Volker Krane am Dienstag. Er forderte Senat und Bezirke auf, rechtzeitig organisatorische Vorkehrungen zu treffen, um einen Verkehrskollaps bei einem frühen Wintereinbruch zu verhindern.

Bei witterungsbedingter Bauunterbrechung solle weitgehend die normale Verkehrsführung kurzfristig wiederhergestellt werden können, forderte Krane. Neue Baustellen dürften kurz vor dem Wintereinbruch und den zu erwartenden neuen Schlaglocheinsätzen gar nicht mehr begonnen werden.

Zu späte Ausschreibungen für Verkehrsbaustellen

„Bauabschnitte müssen verkürzt werden. Wo möglich, sollte die Fahrbahndecke provisorisch geschlossen und freigegeben werden“, ergänzte ADAC-Verkehrsexperte Jörg Becker. „Ansonsten drohen uns Riesenstaus, wenn die ersten Schlaglöcher für weitere Einschränkungen sorgen.“ Als Beispiele für Dauerbaustellen, an denen eine provisorische Verkehrsführung in den Wintermonaten sinnvoll wäre, nannte er die Stralauer Allee in Friedrichshain, die Seegefelder Straße in Spandau, die Landsberger Allee in Marzahn und das Lützowufer in Tiergarten.

Hintergrund der ADAC-Warnung ist ein bekanntes Berliner Problem. Durch die Haushaltspolitik des Landes steht Geld für den Straßenbau in den Bezirken oft erst im Frühjahr bereit. Nach Planung und Ausschreibung beginnen die Arbeiten dann teilweise erst im Spätsommer oder Herbst. Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin kritisiert diese Praxis seit Langem.

( fal )