Der Tunnel ist fast fertig – und die Berliner U-Bahnlinie U6 soll ab 17. November nach 16 Monaten Bauarbeiten wieder ohne Unterbrechungen fahren. „Die Bauarbeiten sind so gut wie beendet“, sagte die Vorsitzende der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Sigrid Nikutta, am Dienstag bei der Besichtigung. Der etwa 140 Meter lange Tunnel der U6 zwischen Französischer Straße und Friedrichstraße wurde wegen der neuen U-Bahnlinie U5 komplett neu gebaut.

Fahrgäste mussten seit Sommer 2012 rund 500 Meter laufen oder mit dem Bus fahren. Die U5 soll von 2019 an den Alexanderplatz mit dem Brandenburger Tor verbinden, wo sie an die sogenannte Kanzlerlinie andocken wird, die bis zum Hauptbahnhof führt.

Die U5 wird unter der U6 durchfahren. Dafür musste der alte Tunnel herausgerissen und neu gebaut werden. „Wir haben also alles aufgerissen, es war sukzessive, stückweise hier ein Loch“, erklärte Carsten Liebig, einer der stellvertretenden U5-Projektleiter, auf den Gleisen direkt unter der Friedrichstraße. Laut BVG wurden rund 3050 Tonnen Stahl und 13.500 Kubikmeter Beton in dem Tunnel verbaut.

„Stahlbetonbadewanne“ über der U5

Der neue Tunnel gleicht noch einem Rohbau: karge Betonwände, der Bahnsteig ist noch nicht fertig. Bis 2019 soll eine neue U-Bahnstation entstehen. „Der Tunnel ist der erste Teil des zukünftigen Kreuzungsbahnhofes Unter den Linden“, erklärte Nikutta.

Dort werden Fahrgäste zukünftig von der U5 in die U6 umsteigen können. Der Tunnel sei quasi eine „Stahlbetonbadewanne“, die über der U5 hängt, so Liebig. Für die BVG ist der Stopp Unter den Linden einer von drei neuen Bahnhöfen, die entlang der U5 gebaut werden. Täglich werden bis zu 155 000 Fahrgäste erwartet.

Der Bau des Bahnhofs wird weiter den Verkehr auf dem Boulevard stören. „Wir sind mit der Großbaustelle Unter den Linden im Zeitplan“, sagte Liebig.

Eine Terminverschiebung nach dem 17. November wäre fatal für den Nahverkehr in der Innenstadt. Denn der Nord-Süd-Tunnel der S-Bahn-Linien S1, S2 und S25 wird am 22. November gesperrt. Zwischen Nordbahnhof und Anhalter Bahnhof erneuert die Bahntochter DB Netz bis zum 8. Dezember die Gleise. Viele Fahrgäste werden dann auf die U6 umsteigen.

dpa/ap