Der mehr als 100.000 Euro teure Maserati der Berliner Treberhilfe durfte nach Angaben eines Finanzbeamten nicht privat genutzt werden. Daraufhin sei der damalige Chef der Treberhilfe, Harald Ehlert, in einer Besprechung zum Thema Dienstwagen mehrfach hingewiesen worden, erklärte der Behördenmitarbeiter am Mittwoch vor dem Berliner Landgericht. Ehlert steht wegen Steuerhinterziehung vor Gericht.

Die Anklage geht davon aus, dass er die private Nutzung von Dienstfahrzeugen verschwiegen hatte. Deshalb seien dem Fiskus Steuerzahlungen von mehr als einer halben Million Euro entgangen. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft wäre der Treberhilfe die Gemeinnützigkeit entzogen worden, wenn das Finanzamt über die Privatnutzung informiert worden wäre.

Nach zunächst anderer Beurteilung hatte das Finanzamt den 2007 erworbenen Maserati „noch als angemessene Anschaffung“ eingestuft, erklärte der Finanzbeamte. Es sei nach dem Grundsatz entschieden worden, dass ein gemeinnütziger Betrieb nicht schlechter dastehen müsse als ein gewerbliches Unternehmen vergleichbarer Größe. „Ehlert hätte keinen Smart fahren müssen“, merkte der Zeuge an.

Die Treberhilfe hatte im November 2011 Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen betreute vor allem Obdachlose und leistete auch Straßensozialarbeit.

dpa/alu