Harald Ehlert kam, begleitet von seinem Anwalt, mit einer Kiste voller Aktenordner ins Landgericht Moabit. Dort wurde am Montag der Prozess gegen den früheren Chef der Berliner Treberhilfe fortgesetzt. Darin abgeheftet befanden sich Ehlerts persönliche Erklärung zu den Vorwürfen sowie etliche Belege. Richter, Schöffen und Staatsanwaltschaft erhielten jeweils ein Exemplar.

Ehlert wird Steuerhinterziehung vorgeworfen. Außerdem soll er die private Nutzung des Dienst-Maseratis verschwiegen haben.

Dass es Privatfahrten mit dem Maserati gegeben haben soll, hat sein ehemaliger Chauffeur Hans-Jürgen M. als Zeuge bestätigt. Ehlerts Anwalt wollte von ihm am Montag aber wissen, warum er bei der ersten Vernehmung im April 2010 ausgesagt hatte, er habe Herrn Ehlert im Rahmen seiner dienstlichen Tätigkeiten gefahren, und wie er heute zu seiner Aussage käme, dass mehr als die Hälfte aller Fahrten privat gewesen sein soll.

Der Zeuge sagte, damals, bei seiner ersten Aussage, sei er noch bei der Treberhilfe beschäftigt gewesen. Das von Ehlert abgelehnte Privatdarlehen, das er für finanzielle Schwierigkeiten erbeten hatte, habe damit nichts zu tun. Auch bei den Anschuldigungen gegen seinen Chef in einem Zeitungsartikel seien keine finanziellen Gründe im Spiel gewesen.

Dane soll mit Strafanzeige gedroht haben

Harald Ehlert gab in seiner Stellungnahme zu, dass er dem Thema Dienst- und Privatfahrten mehr Aufmerksamkeit hätte schenken müssen. Die fehlende Nachvollziehbarkeit der Nutzungen sei problematisch. Dass er allerdings Fehler im Zusammenhang mit der Rechtslage gemacht haben könnte, sei ihm nicht bewusst. Dem Diakonischen Werk warf Ehlert Erpressung vor. Der damalige Vorsitzende Thomas Dane habe ihn aufgefordert, seine Anteile an der Treberhilfe dem Treberhilfe-Verein abzutreten, damit der dann seine Anteile dem Diakonischen Werk abtreten sollte – um fünf bis sieben Millionen Euro habe es sich dabei gehandelt.

Ein Wertausgleich sei nicht angeboten worden. Falls Ehlert die Forderungen nicht erfülle, würde Strafanzeige gegen ihn gestellt, habe die Diakonie gedroht. Ausführlich erläuterte Ehlert dem Gericht zudem, wie sich sein Unternehmen finanzierte. Trotz der Gemeinnützigkeit habe sein Betrieb Wirtschaftlichkeitsgrundsätze berücksichtigt. Der Vorsitzende Richter wies darauf hin, dass nicht der Maserati an sich der Vorwurf der Anklage sei, sondern dass er privat genutzt worden sei und dies nicht angegeben wurde.

Der Prozess wird fortgesetzt.