Ein Aufwind hatte es werden sollen, ein Neustart nach vielen Enttäuschungen. Doch der Sieg vom Freitag gegen die Hamburg Freezers (3:2) konnte der Mannschaft des EHC Eisbären nicht genügend Selbstvertrauen vermitteln, um erstmals seit dem Saisonstart Mitte September wieder zwei Partien in Folge zu gewinnen. Bei Red Bull München unterlag der Titelverteidiger der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) mit 3:5 (2:2, 0:2, 1:1). Das erneute Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz blieb dem EHC dabei allerdings erspart.
Die schwache Heimbilanz der Münchner, bei denen der frühere Berliner Trainer Pierre Pagé seit Sommer an der Bande steht, eröffnete dem EHC durchaus die Möglichkeit, endlich einen positiven Lauf zu starten. Vier von sechs Partien hatten die Bayern zuvor daheim verloren. Doch die eigenen Handicaps wogen offenbar zu schwer. Wegen Hüftproblemen bei Shawn Lalonde, dem punktbesten Eisbären, wurden die Sorgen in der Abwehr noch größer, wo bereits Frank Hördler mit einer Handprellung fehlt.
Nachlässigkeiten nach hoffnungsvollem Start
Für Lalonde wurde Thomas Supis aus Dresden vom Zweitliga-Kooperationspartner nach München beordert. Doch der 21-Jährige hatte ebenso wie der 20-jährige Henry Haase große Schwierigkeiten. Gemeinsam leiteten sie die Münchner Aufholjagd ein, Haase war danach für zwei weitere Gegentore verantwortlich. Die Abwehr des EHC verlor zeitweise die Konzentration, innerhalb von 16 Minuten wurde eine 2:0-Führung verspielt und in ein 2:4 umgewandelt. „Wir verlieren zu viele 1:1-Situationen“, sagte Manager Peter John Lee.
Anfangs waren die Berliner druckvoll aufgetreten, spielten offensiv mutig und wurden durch Treffer von Casey Borer (3.) und Barry Tallackson (7./in Überzahl) dafür belohnt. Doch dann schlichen sich Nachlässigkeiten ein, München nutzte das sehr konsequent aus. Nach der Führung legten die Bayern mehr Wert auf die Abwehrarbeit, den Berlinern fiel es fortan schwer, vor das Münchner Tor zu kommen. Zumal mit André Rankel im zweiten Drittel auch noch der Kapitän wegen einer Knieverletzung vom Eis musste.
Gegen Ende des Spiels gelang es der immerhin kämpferischen Mannschaft von Trainer Jeff Tomlinson dennoch, den Gegner wieder mehr nach hinten zu drängen. In Überzahl traf Travis Mulock auch zum Anschluss (52.), doch selbst der Tausch von Torhüter Rob Zepp gegen einen sechsten Feldspieler brachte den Ausgleich nicht mehr für die Eisbären, denen nun zwei Heimspiele bevorstehen. Erst treffen sie am Freitag auf Ingolstadt (19.30 Uhr), am Sonntag ist Krefeld zu Gast in Berlin (14.30 Uhr, beide O2 World). Zwei Mannschaften aus den Top-5 der Liga.
BM




