Denkmalschutz

Berliner Gaslaternen sollen als Welterbe geschützt werden

Das Gaslicht auf Berliner Straßen soll Schritt für Schritt durch Elektroleuchten ersetzt werden. Doch der Verein „Denk mal an Berlin“ kämpft mit ungewöhnlichen Ideen für die alten Laternen.

Foto: Jens Kalaene / picture alliance / ZB

Die Befürworter des Berliner Gaslichts für Straßenlaternen geben nicht auf. Nachdem die New Yorker Denkmal-Organisation „World Monuments Watch“ das von Abriss bedrohte Ensemble auf die Rote Liste der weltweit gefährdeten Denkmäler gesetzt hat, will der Verein „Denk mal an Berlin“ bei den Berliner Behörden verstärkt für den Erhalt kämpfen.

„Zusammen mit dem Landesdenkmalamt haben wir eine Vorschlagsliste mit rund 5000 Leuchten erstellt, die unbedingt erhalten werden müssen. Sie ist noch nicht abgesegnet, sie liegt jetzt bei Senatsbaudirektorin Regula Lüscher“, berichtet Agnete von Specht, Geschäftsführerin von „Denk mal an Berlin“.

Unterstützt wird der Verein „Denk mal an Berlin“ von Gaslicht-Kultur e.V., der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Denkmalwacht Brandenburg-Berlin und dem Berliner Bürgerverein Gartenstadt Frohnau.

Verein betont universalen Wert des Gaslichts

Wie berichtet, will der Senat aus Kostengründen die fast 44.000 Berliner Gasleuchten in den kommenden Jahren gegen elektrische Laternen austauschen. Begonnen wurde im Sommer 2012 mit den sogenannten 8000 Gasreihenleuchten aus den 50er-Jahren, von denen bereits mehr als 3000 durch die Elektroleuchte „Jessica“ ersetzt wurden.

Unterstützung erhalten die Vereine vom Briten Peter Burman. Er hat für die Berliner ein Gutachten erstellt, in dem er die Gas-Straßenbeleuchtung in Berlin als wertvolles kulturelles und technikgeschichtliches Erbe von großem, internationalem Wert einstuft.

Berlin sollte stolz sein, etwa die Hälfte der weltweit noch vorhandenen Gasleuchten zu haben. Sie hätten einen universalen Wert nicht nur wegen der Lichtqualität. „Leider stößt unsere Bürgerbeteiligung jedoch nicht bis zur Spitze vor“, kritisierte Agnete von Specht. Selbst wenn die Liste mit den 5000 Gasleuchten bei den Politikern Gehör finden sollte, würden ganze Stadtviertel, die jetzt noch mit Gasleuchten illuminiert sind, in wenigen Jahren elektrisch beleuchtet sein.

Straßenensemble geeigneter Kandidat für Welterbeliste

So wird es nach Auskunft des Vereins Gaslicht-Kultur in Friedenau und großen Teilen von Lichterfelde keine Gasleuchten mehr geben, ebenfalls nicht in Alt-Tempelhof, in Frohnau wurden sie nach Auskunft des dortigen Berliner Bürgervereins Gartenstadt Frohnau bereits größtenteils abgeschafft, auch in Zehlendorf sollen die meisten Gasleuchten gegen elektrische ausgetauscht werden.

Die Gaslicht-Befürworter sehen das Berliner Straßenensemble auch als geeigneten Kandidaten für die Welterbeliste. Sie wollen einen Antrag bei der Kultusministerkonferenz stellen. Schließlich sei der Antrag beim „World Monuments Fund“ auch erfolgreich gewesen, obwohl er von einer nicht staatlichen Organisation gestellt worden sei.

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