Sie parken falsch, missachten Ampeln, rasen durch die Stadt, sitzen betrunken am Steuer und verursachen Unfälle – und sie kommen immer ungeschoren davon. Im vergangenen Jahr wurden Diplomaten und Botschaftsangehörige in Berlin 20.714 mal bei Verstößen gegen die Verkehrsregeln erwischt. Das waren etwa 1800 Fälle mehr als 2011.

Strafen mussten sie jedoch nicht befürchten. Weil alle ausländischen Diplomaten Immunität genießen und deshalb strafrechtlich nicht verfolgt werden dürfen, wurden sämtliche Verfahren von der Staatsanwaltschaft eingestellt.

Mehr als 300.000 Euro Bußgeld entgingen der Stadt. Die Summe steigt im Vergleich zum Vorjahr um fast zehn Prozent. Dabei blieb es im vergangenen Jahr nicht bei Parksünden – auch wenn jene auf Platz eins der Verstöße lagen. Autos mit Diplomatenkennzeichen waren insgesamt in 64 Unfälle verwickelt. 22 Menschen wurden dabei leicht, ein Mensch schwer verletzt. In den meisten Fällen machten sich die Diplomaten nicht einmal die Mühe, am Unfallort auf die Polizei zu warten. Wie aus der Antwort der Innenverwaltung auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Peter Trapp hervorgeht, lag in 40 Fällen der Verdacht auf Unfallflucht vor.

Saudi-Arabien ganz vorn auf der Negativliste

Insgesamt fahren 2825 Autos mit Diplomatenkennzeichen durch die Bundeshauptstadt. Den größten Fuhrpark haben die Vereinigten Staaten von Amerika mit 238 Autos.

Als größte Verkehrssünder entpuppten sich aber – wie bereits in den Vorjahren – die Diplomaten aus Saudi Arabien. Auf der Negativliste folgen ihnen Russland, Iran, China, Libyen, USA, Türkei, Griechenland, Slowenien, Indonesien, Pakistan und Georgien.

13 Verkehrsdelikte pro Botschaftsangehörigen

In diesem Jahr zeichnet sich nur eine leichte Verbesserung ab. Im ersten Quartal 2013 haben Angehörige ausländischer Botschaften und diplomatischer Vertretungen in Berlin 4823 Verkehrsordnungswidrigkeiten begangen. Das sind rein rechnerisch 13 Verkehrsdelikte pro Tag pro Angehörigen einer diplomatischenVertretung. Da die Vergehen nicht geahndet werden konnten, entgingen der Stadt Verwarnungs- und Bußgelder in Höhe von 77.165 Euro.

Die Anzahl der registrierten Verkehrsverstöße ist damit gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres leicht zurückgegangen, die Summe des entgangenen Bußgelds hingegen leicht gestiegen.

fal