Architektur

Berlins Olympiastadion zieht auch ohne Sport Besucher an

Mehr als 300.000 Menschen kommen allein, um sich das Stadion anzusehen, interessieren sich für die Architektur und Geschichte und wollen die Atmosphäre spüren, die diesen Ort so einzigartig macht.

Foto: St/SK / picture-alliance /

Das Olympiastadion ist auch außerhalb von großen Sportereignissen ein Besuchermagnet. Mehr als 300.000 Menschen besuchen es jedes Jahr, wie die Organisatoren am Welttourismustag verkündeten. Sie kommen nicht zu Fußballspielen, Leichtathletik-Wettkämpfen, Konzerten oder anderen Veranstaltungen.

Sie kommen allein, um sich das Stadion anzusehen, interessieren sich für die Architektur und Geschichte und wollen die Atmosphäre spüren, die diesen Ort so einzigartig macht. Aus Deutschland kommen mehr als siebzig Prozent der Besucher, davon nur ein Teil aus der Region. Von den 26 Prozent ausländischer Gäste stammen die meisten aus Großbritannien, den Niederlanden und Skandinavien; hier vor allem aus Dänemark.

Für Propagandazwecke missbraucht

Ein wichtiges Ziel ist das Olympiastadion Berlin auch für Schulklassen. Schüler können dort den Umgang mit der Geschichte erfahren – und wie aus einer einst für Propagandazwecke missbrauchten Sportstätte ein modernes Stadion geworden ist. Allen Gästen wird auf den Besichtigungstouren nicht nur die Historie nahegebracht. Beim Blick hinter die Stadionkulissen erfahren sie auch viel über die moderne Funktionsweise der Veranstaltungsstätte. Dabei ist auch der verantwortungsvolle Umgang mit der Ressource Wasser ein Thema.

Schon seit der Modernisierung 2004 wird im Olympiastadion Berlin zur Bewässerung des Spielfeldrasens Regenwasser vom Stadiondach in einer Zisterne gesammelt – 1,7 Millionen Liter Wasser, so viel, wie etwa die Einwohner einer Kleinstadt pro Tag verbrauchen. „Durch die Zisterne werden im Olympiastadion Berlin nicht nur wertvolle Ressourcen gespart, sondern auch 30.000 Euro Wasserkosten im Jahr.

Damit nicht genug: Aktuell läuft ein Antrag zur Genehmigung eines Brunnenbaus auf dem Stadiongelände, um die Bewässerung noch effizienter zu machen“, berichtet Stadionsprecher Bernd Schwintowski. Diese und weitere Details erfahren die Besucher bei den Stadiontouren, die täglich um 11, 13 und 15 Uhr angeboten werden (zehn bis zwölf, ermäßigt acht bis zehn Euro). Infos unter www.olympiastadion-berlin.de