Ein 66 Jahre alter Berliner ist am Sonnabend bei einer Messerattacke in einem BVG-Bus schwer verletzt worden.

Wie ein Polizeisprecher mitteilte, gerieten das Opfer und ein 46 Jahre alter Mann gegen 21.45 Uhr in einem Bus am Kurt-Schumacher-Damm in Reinickendorf in Streit. Im Verlauf der Auseinandersetzung zog der 46-Jährige ein Messer und stach damit in den Bauch des Älteren.

Die Polizei konnte den Täter kurz darauf festnehmen. Das Opfer wurde von Rettungskräften der Feuerwehr ins Virchow-Klinikum in Wedding gebracht und dort stationär aufgenommen. Lebensgefahr besteht nach Polizeiangaben nicht.

Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. Die Polizei konnte am Sonntag nicht sagen, warum sich die beiden Männer gestritten hatten. Auch wie viele Zeugen es gibt, ist bislang nicht bekannt.

Eine BVG-Sprecherin bestätigte allerdings, dass Videodaten gesichert worden seien. In den nächsten Tagen wird die Polizei das Opfer vernehmen und dadurch möglicherweise den Ablauf der Tat rekonstruieren können.

Gegen den 46-Jährigen wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Übergriffe im öffentlichen Nahverkehr

Immer wieder kommt es zu Übergriffen im öffentlichen Nahverkehr, die sich sowohl unter Fahrgästen abspielen als auch das Personal betreffen. Es ist erst wenige Tage her, dass in Lankwitz ein Busfahrer von einem Fahrgast verletzt wurde. Der Täter hatte den Fahrer zunächst beleidigt. Als dieser ihn daraufhin aufforderte, auszusteigen, schlug der Fahrgast dem Busfahrer mit der Faust ins Gesicht und flüchtete. Das Opfer musste auch in diesem Fall im Krankenhaus behandelt werden.

Laut Polizeilicher Kriminalitätsstatistik wurden im vergangenen Jahr insgesamt 23.745 Straftaten im öffentlichen Nahverkehr verzeichnet, wobei Rauschgiftdelikte und Widerstandshandlungen gegen die Polizei nicht miterfasst sind. Den größten Anteil bilden mit 8276 erfassten Taten die Taschendiebstähle. Die Polizei zählte 4459 Körperverletzungen. Gleichwohl ist in den vergangenen Jahren ein Rückgang der Gewaltdelikte in Bussen, U- und Straßenbahnen zu verzeichnen.

Die BVG investiert derzeit in neue Überwachungstechnik, um vor allem U-Bahnhöfe noch sicherer zu machen. Bereits seit Jahren werden alle 173 U-Bahnhöfe mit Videokameras überwacht. Die starr montierten Kameras erfassen jedoch häufig nur die Bahnsteigkante. Nun sollen neue, schwenkbare Kameras den 360-Grad-Rundumblick erlauben. Zudem können die Mitarbeiter der BVG-Sicherheitszentrale bei Bedarf auch zoomen.

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