Immobilien

Investor plant zweites Convention Center am Berliner Estrel

Der Investor Streletzki wartet für sein Hotel „Estrel“ noch immer auf die Reisenden vom neuen Hauptstadtflughafen. Doch obwohl kein Starttermin für den BER feststeht, plant er einen Ausbau des Hotels.

Foto: Manuel Frauendorfer Fotografie / Estrel Berlin

Der Berliner Hotelkomplex Estrel, der Filmpark Babelsberg, Gewerbeparks in Stahnsdorf, Eberswalde und Görlitz und attraktive Wohnprojekte in der Hauptstadt: Ekkehard Streletzki hat sich ein imposantes Immobilien-Paket zugelegt. Jetzt plant er, am Estrel ein zweites Convention Center für bis zu 5000 Besucher zu bauen – ein neues Veranstaltungszentrum. Im ersten finden bis zu 6000 Besucher Platz. Es ist auch der Garant dafür, dass das Vier-Sterne-Hotel gut ausgelastet ist.

Als die Berliner Mauer fiel, saß Streletzki in seinem Ferienhaus in Frankreich. „Hier halte ich das nicht aus. Ich will nach Berlin“, sagte Streletzki damals. Seit 1977 war er dort mit einem Beton-, Bohr- und Sägebetrieb vertreten. Schon vor der Wiedervereinigung entwickelte er Bauprojekte im Westen Berlins. Nach der Wende wollte er beim Neubau der Metropole dabei sein.

Streletzki erkannte das Potenzial früh

Schon in den Neunzigern setzte er auf den geplanten Großflughafen im Süden Berlins, das Estrel liegt an der Autobahn nach Süden. Und obwohl der BER in Schönefeld immer noch nicht eröffnet ist, hat Streletzki gerade weitere 35.000 Quadratmeter Bauland gekauft in Berlin-Neukölln, wo das Estrel, der größte Hotelkomplex Europas, aus der Landschaft ragt.

Schon fünf Jahre nach dem Mauerfall hatte Streletzki in der unwirtlichen Gegend nahe der ehemaligen Sektorengrenze zum Osten das Estrel in Neukölln eröffnet, 133 Millionen Euro hatte es gekostet. Noch nie hatte es ein solch großes Hotel in Deutschland gegeben. Die 1125 Zimmer sind, wie Streletzki sagt „ordentlich ausgelastet“. Schon bei einer Belegung von 35 Prozent werde Geld verdient. Im Jahresdurchschnitt sind es 60 Prozent, ein Achtungserfolg angesichts der Hoteldichte in der Hauptstadt. Das Vier-Sterne-Haus funktioniert vor allem deshalb, weil ein angeschlossenes Convention-Center für bis zu 6000 Menschen hinreichend für Hotel-Gäste sorgt. In diesem Jahr werden 55 Millionen Euro umgesetzt. Ein ausgeklügeltes Varieté-Programm lockt die Besucher.

200 Millionen Euro investiert

Jetzt will Streletzki ein zweites Convention-Center an das Hotel bauen. Der Baubeginn ist für Dezember vorgesehen. Während der Umbauten in der einen Halle sollen in der anderen Veranstaltungen laufen und dafür sorgen, dass stetig genug Gäste im Hotel übernachten, wie Streletzki die Strategie. erklärtDie erste Halle hatte 46 Millionen Euro gekosten, die zweite wird wohl kaum preiswerter sein. Damit hat der Unternehmer dann weit mehr als 200 Millionen Euro an diesem Standort, der eher eine Randlage ist, investiert. „Das Terrain liegt an der Entwicklungsachse um die Autobahn zum neuen Flughafen“, erklärt Streletzki die Investition.

2007 hat er mit der Ideal Lebensversicherung noch ein Vier-Sterne-Hotel, das Ellington nahe dem Kurfürstendamm, erworben mit 283 Zimmern. Damit zeigt der 73-Jährige Beharrungsvermögen. Auf die Frage, ob er denn eher Hotelbetreiber oder Bauunternehmer sei, antwortet Streletzk: „Ich bin Diplomingenieur und Statiker.“ Statik ist ja schließlich auch das Entscheidende für ein Gebäude wie ein Unternehmen.

Viel Geld für Gewerbeparks

Einen langen Atem muss Streletzki auch mit seinen Gewerbeparks haben. Insgesamt 700.000 Quadratmeter hat er zusammengekauft – im brandenburgischen Eberswalde, in Stahnsdorf nahe Berlin und im sächsischen Görlitz. Ein Gewerbepark der besonderen Art ist der Filmpark Babelsberg, den jährlich eine halbe Million Menschen besuchen. Das 230.000 Quadratmeter große Terrain hatten Streletzki und sein Ko-Investor Friedhelm Schaatz 2003 dem französischen Vivendi-Konzern abgekauft. Beide halten je 45 Prozent. Bisher wurden 20 Millionen Euro investiert. Um die ehemaligen Ufa-Studios und den Fernsehsender RBB gibt es Entwicklungspotenzial für Wohnungsbau, was im gefragten Potsdam lohnend sein dürfte.

So auch in Berlin, wo die Streletzki-Gruppe Wohnungen in Mitte und auf der Halbinsel Stralau errichtet. „Wir wollen bauen, solange dies der Markt hergibt“, sagt der Unternehmer. Berlin bietet sich an. Die Einwohnerzahl wächst, Mieten und Preise steigen. „Wir bekommen im Verkauf an die 3500 Euro je Quadratmeter, bei Penthouse-Wohnungen 7000 Euro“, berichtet der Streletzki. Dazu gehöre dann eine gehobene Ausstattung und ein Portier, der die Wünsche der Bewohner erfülle. Vor allem Ausländer kauften die Wohnungen.