In Berlin ist möglicherweise erneut ein Kleinkind Opfer einer schweren Misshandlung geworden und an den Folgen gestorben. Die Staatsanwaltschaft hat in der Folge ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet.

Wie jetzt bekannt wurde, hatten die Eltern den zweieinhalb Jahre alten Jungen am Donnerstag vergangener Woche ins Krankenhaus Friedrichshain gebracht und auf der Rettungsstelle von einem Sturz von einer Schaukel auf einem Spielplatz berichtet.

Die untersuchenden Ärzte stellten schwere innere Verletzungen fest und hegten den Verdacht, dass diese nicht von einem Sturz stammen könnten. Die Polizei wurde informiert, am Freitag wurden erste Ermittlungen eingeleitet.

Obduktion soll Todesumstände klären

Einen Tag später konnten die Mediziner den kleinen Jungen nicht mehr retten, das Kind starb auf der Intensivstation. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, sagte auf Anfrage, dass die Leiche am Montag von Experten der Gerichtsmedizin obduziert werden soll. „Die diagnostizierten Verletzungen sprechen gegen das geschilderte Sturzgeschehen. Durch das Todesermittlungsverfahren soll der genaue Hergang rekonstruiert werden.“

Es sei allerdings zum jetzigen Zeitpunkt der Untersuchungen viel zu früh, Verdächtigungen gegen bestimmte Personen auszusprechen. Angaben zu dem persönlichen Umfeld des Opfers wollte Steltner nicht machen, mögliche Auffälligkeiten der Familie in der Vergangenheit seien ihm bis zum Sonntag nicht bekannt gewesen. Dieses werde allerdings im Zuge des Verfahrens beleuchtet werden.

Ermittlungen abwarten

Die Ermittlungen dauern an. Dass erste Erkenntnisse der Polizei nicht immer zum tatsächlich Verdächtigen führen müssen, zeigte der Fall eines toten Säuglings vor wenigen Monaten in Spandau. Ende April war ein 23-Jähriger festgenommen worden, weil er unter Verdacht stand, Ende April ein acht Monate altes Baby getötet zu haben. Bei der Obduktion des Kindes war festgestellt worden, dass der Säugling an einer Überdosis Morphium gestorben war.

Der 23-Jährige wurde verdächtigt, dem Kind die Droge verabreicht zu haben. Der Mann war mit dem Kleinkind allein gewesen und hatte selbst einen Notarzt gerufen, der nur noch den Tod es Babys feststellen konnte. Die 19 Jahre alte Mutter war nicht zu Hause gewesen. Die Ermittlungen ergaben schließlich, dass der Säugling ein liegen gebliebenes Morphium-Pflaster verschluckt hatte. Die Vormieterin der Wohnung hatte das Pflaster verloren.

mb/pol