Nahverkehr

S-Bahn meldet Verspätungen auf dem Smartphone

Seit Langem angekündigt, informiert die S-Bahn ab sofort in Echtzeit über Abfahrten, Ankünfte und Zugausfälle. Damit können die Nahverkehrskunden besser ihre Reisen durch die Stadt planen.

Foto: Alina Novopashina / picture-alliance/ dpa

Die Berliner S-Bahn gibt ab sofort Auskünfte über ihre Zugfahrten in sogenannter Echtzeit. Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel, die etwa auf der Internetseite der S-Bahn oder des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg eine Verbindung abfragen, bekommen nun keine theoretischen Fahrplandaten, sondern relativ genaue Prognosen darüber, wann denn ein Zug tatsächlich abfährt oder ankommt. Auch über den Ausfall von Fahrten kann nun informiert werden.

Besonders hilfreich dürfte dies für Nutzer von Smartphones sein, die sich etwa über die VBB-Fahrinfo-App auch unterwegs die jeweils schnellste Verbindung von einem Ort zum anderen anzeigen lassen. Doch was nützte eine solche Auskunft, wenn der empfohlene Zug bislang erst drei Minuten später ankam und der Anschluss zum Bus damit nicht mehr zu schaffen war?

S-Bahn-Chef Peter Buchner hatte den wichtigen Kundenservice wiederholt angekündigt. Doch scheiterte die Übergabe der Echtzeitdaten, über die das Unternehmen intern schon seit Langem verfügt, an technischen Problemen. Diese scheinen nun endlich gelöst.

System ist noch in einer Testphase

Mit der Einführung der Echtzeit-Fahrplanauskunft stelle erstmals ein großes Berliner Verkehrsunternehmen seinen Kunden flächendeckende und umfassende Informationen zur Verfügung, um jederzeit flexibel und zuverlässig die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln planen zu können, vermeldete die Bahn-Tochter. Allerdings sei das System noch in einer Testphase, daher könnten zum Beispiel noch keine Züge dargestellt werden, die außerplanmäßig getauscht werden. In diesem Fall werde ein Ausfall angezeigt, obwohl ein Ersatzzug fährt.

Der Fahrgastverband Igeb begrüßte die angekündigte Verbesserung des Info-Angebots. „Echtzeitinformation für die S-Bahn – das war allerhöchste Zeit“, sagte Igeb-Sprecher Jens Wieseke. Gerade weil die S-Bahn noch nicht ihre frühere Zuverlässigkeit erreicht hat, seien präzise Auskünfte für jeden Fahrgast wichtig.

Wieseke forderte, dass nun endlich auch die U-Bahn nachziehen müsse. Denn anders als für Bus oder Straßenbahn übermitteln die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) für dieses Verkehrsmittel noch keine Echtzeitdaten. „Das ist technisch derzeit leider noch nicht möglich“, räumte BVG-Sprecherin Petra Reetz ein. Die BVG-internen Daten seien bisher nicht kompatibel mit denen des Verkehrsverbundes. Bis wann das Problem gelöst werden kann, ist indes offen.