Vor einem Moabiter Schwurgericht hat am Freitag der Prozess gegen einen 21 Jahre alten Mann begonnen, der einen anderen Mann aus Eifersucht getötet haben soll. Der wegen Mordes aus Heimtücke angeklagte Younes M. machte am ersten Prozesstag noch keine Aussage.
Den Ermittlungen zufolge hatte Younes M. am 9. Dezember 2012 gegen 22 Uhr sein späteres Opfer A. in einem Wohnheim für Asylbewerber im Ortsteil Niederschöneweide aufgesucht. Beide kommen aus Afghanistan und sollen gute Freunde gewesen sein. Diese Freundschaft habe sich jedoch getrübt, als Younes M. erfuhr, dass es zwischen seiner Freundin und dem 21-jährigen A. eine Beziehung gegeben habe. Täter und Opfer sollen jedoch noch vor dem abendlichen Besuch telefoniert und sich dabei versöhnt haben.
A. sei den Ermittlungen zufolge am 9. Dezember absolut arglos gewesen, als er Younes M. in sein Zimmer ließ. Beide sollen an diesem Abend noch reichlich Alkohol getrunken haben; A. soll später auf dem Bett eingeschlafen sein. Diese Situation soll der Angeklagte ausgenutzt und dem Schlafenden zunächst mit einem Messer einen heftigen Stich in die rechte Brust versetzt haben.
An dem Opfer fanden sich keine Abwehrspuren
Anschließend, so der Anklagesatz, „schlug er dem wehrlosen Geschädigten eine Wodkaflasche gegen den Kopf und versetzte ihm mit der zersplitterten Flasche mehrere Stiche im Hals“. Hernach soll er auch noch gegen den Kopf des Opfers getreten haben. Als mutmaßliches Motiv werden im Anklagesatz „grenzenlose Eifersucht, zügelloser Hass und verletztes Ehrgefühl“ genannt.
An dem Leichnam – das Opfer war ein kräftiger, trainierter Mann – fanden sich später keinerlei Abwehrspuren. Deswegen geht die Staatsanwaltschaft von einer heimtückischen Tat aus.
Mutmaßlicher Täter floh nach Griechenland
Younes M. war wenig später nach Griechenland geflohen und wurde im Februar 2013 in Athen gefasst. Im März wurde er nach Berlin überstellt. In bisherigen Vernehmungen hat er sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft darauf berufen, sich an nichts erinnern zu können.
Bei einem Mitgefangenen, den er im Haftkrankenhaus kennenlernte, soll er jedoch ausgiebig über den Mord berichtet und dabei auch Details preisgegeben haben, die nur der Täter wissen kann. Der Mithäftling hatte diese Informationen der Staatsanwaltschaft mitgeteilt. Der Prozess wird fortgesetzt.
mim





