Ein angeklagter Gynäkologe hat vor dem Berliner Landgericht bestritten, eine Patientin vergewaltigt zu haben.
Der jetzt 64 Jahre alte Mediziner sprach zu Beginn seines Prozesses am Dienstag von einer dreisten Anschuldigung der Patientin und ihres Ehemannes. Das Paar habe ihn erpressen wollen, um Behandlungskosten zu sparen, schilderte der Frauenarzt den Richtern seine Version des Geschehens.
Außer Vergewaltigung wird dem Angeklagten ein sexueller Missbrauch unter Ausnutzung des Behandlungsverhältnisses angelastet.
Das Paar hatte seine Praxis im Berliner Stadtteil Charlottenburg am 23. September 2009 wegen eines unerfüllten Kinderwunsches aufgesucht.
Während der Arzt sich im Prozess auf fachgerechte Untersuchungsmethoden mit einer Ultraschallsonde und Abtasten mit der Hand berief, erhob die heute 40-Jährige schwere Vorwürfe.
Nach Angaben der Zeugin lag sie auf dem Untersuchungstisch und spürte eine Hand auf dem Bauch, die andere auf ihrem Oberschenkel. „Da wurde mir bewusst, dass er mit mir schläft“, erklärte die Köchin als Nebenklägerin im Prozess. Sie habe ihren Mann, der im Wartezimmer saß, gerufen, aber die Tür zum Behandlungsraum sei verschlossen gewesen, was der Arzt bestritt.
Nach Aussagen des Mediziners habe ihn der Ehemann anschließend mit der dreisten Anschuldigung einer Vergewaltigung überrumpelt. Ich sollte es zugeben, habe der Mann gefordert. Das Paar habe mit der Polizei gedroht, falls er kein Schmerzensgeld zahle oder kostenlos behandele, sagte der Gynäkologe. Er habe das abgelehnt. Er habe sich für nichts zu entschuldigen. Die Vorwürfe des Ehepaars seien aberwitzig und völlig irreal.
Das Urteil wird erst in einigen Wochen erwartet.
dpa/sei




