Im Prozess um die Misshandlung und Vergewaltigung einer Obdachlosen in Berlin hat das Opfer am Dienstag ein Martyrium geschildert.
Die 33 Jahre alte Frau war im Januar 2013 von zwei Männern in einem leer stehenden Haus im Berliner Stadtteil Moabit gequält worden. „Sie hatten Freude an der Qual, sie wollten mich töten“, sagte die gelernte Erzieherin vor dem Berliner Landgericht in ihrer mehrstündigen Vernehmung. Zum Prozessauftakt verweigerten die beiden angeklagten Männer die Aussage.
Der Staatsanwaltschaft zufolge schwebte die 33-Jährige in Todesgefahr. Die Angeklagten im Alter von 36 und 40 Jahren wurden am Tatort an der Rostocker Straße festgenommen.
Nach Angaben der damals Obdachlosen war sie in dem dunklen Zimmer geschlagen und getreten worden. „Die Männer haben mich auch fortwährend gewürgt, ich war gerade noch am Leben“, sagte die Zeugin. Mit äußerster Brutalität sei sie auch gegen den Kopf getreten worden. Einer der Angeklagten habe sie gebissen.
Die aus der Nachbarschaft alarmierte Polizei beendete das Martyrium und nahm die Angeklagten fest. Die Frau kam in ein Krankenhaus. „Ich hatte überall Schmerzen und blaue Flecken“, erklärte die Erzieherin. Psychisch habe sie den Überfall inzwischen verkraftet.
Die Berlinerin war knapp zwei Wochen zuvor aus ihrem Elternhaus ausgezogen. Eigenen Angaben nach hatte ihr ein Mädchen in einer Obdachloseneinrichtung den Tipp auf das leere Haus gegeben.
dpa/sei



