Die Friedrichstraße in Mitte bleibt deutlich länger als geplant eine Sackgasse. Eigentlich sollte die Einkaufsmeile, die wegen des U-Bahn-Baus zwischen Französischer Straße und Unter den Linden seit gut einem Jahr auf gut 550 Meter Länge voll gesperrt ist, im August wieder für den Autoverkehr freigegeben werden.
Doch daraus wird nun nichts, wie die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) den Anrainern jetzt mitteilten. Nun soll die wichtige Nord-Süd-Trasse frühestens im November, möglicherweise erst im Frühjahr 2014 wieder geöffnet werden.
Grund für die erhebliche Verzögerung sind laut BVG jedoch nicht die bisherigen Zeitrückstände beim U5-Lückenschluss zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor. Ganz im Gegenteil: Die Arbeiten für den Rohbau des neuen U-Bahnhofs Unter den Linden liegen gut im Plan, spätestens Ende August soll der Deckel über Baugrube geschlossen sein.
Einwände gegen frühzeitige Straßenfreigabe
Doch die Verkehrslenkung Berlin (VLB) hat Einwände gegen eine frühzeitige Straßenfreigabe. Denn da die Südseite des Boulevards Unter den Linden wegen der vielen Baustelleneinrichtungen in diesem Bereich weiter für Autos gesperrt bleiben muss, befürchtet sie an der Kreuzung zur Friedrichstraße ein Verkehrschaos. Dagegen hat sich nach Auffassung der VLB und der Verkehrsbetriebe das seit Sommer 2012 gültige Umleitungskonzept im Alltag bestens bewährt.
„Die Autofahrer haben sich darauf eingestellt, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Die Verkehr fließt an der Kreuzung inzwischen relativ störungsfrei“, sagte am Freitag BVG-Sprecher Klaus Wazlak. Eine Teilfreigabe der Friedrichstraße könnte spürbar mehr Autoverkehr in den Baustellenbereich ziehen. Lange Staus und unübersichtliche Verhältnisse für die Fußgänger, die weiter in großer Zahl die Friedrichstraße entlang laufen, wären die Folgen.
Freigabe frühestens November
Zwei Varianten werden bei der VLB für die Friedrichstraße derzeit diskutiert: Zum einen könnte die Straße am 17. November für den Autoverkehr freigegeben. Ab diesem Zeitpunkt will die BVG die baubedingte Sperrung der U-Bahn-Linie 6 zwischen den Stationen Friedrichstraße und Französische Straße beenden. Die Züge fahren dann wieder durch, die Fahrgäste müssen den gesperrten Abschnitt dann nicht mehr zu Fuß zurücklegen.
Das zweite Szenario der VLB sieht eine Öffnung der Friedrichstraße erst für Frühjahr oder gar Sommer 2014 vor, wenn auch die Straße Unter den Linden wieder in beiden Richtungen für den Autoverkehr freigegeben werden kann.
Rainer Boldt von der Interessengemeinschaft Friedrichstraße spricht sich eindeutig für den früheren November-Termin aus. „Damit können auch die Geschäftsleute recht gut leben“, sagte er der Berliner Morgenpost. Zugleich fordert er, dass die Friedrichstraße ab Ende August, wenn die Fahrbahn neu asphaltiert ist, wenigstens für den Fahrradverkehr freigegeben wird.
Dies sei vor allem zur Sicherheit der Passanten erforderlich. Denn an das Fahrverbot unter den von vielen Fußgängern genutzten Arkaden-Gängen halte sich so gut wie kein Radfahrer „Dass da noch nichts passiert ist, grenzt an ein Wunder“, so Boldt.





