Berlin genießt den Sonnenschein, viele Menschen fahren an den Badesee, verbringen ihre Mittagspause im Park und ihren Feierabend im Biergarten. Und auch für das Wochenende können die Berliner sich auf gutes Ausflugswetter freuen. Die Temperaturen steigen sogar noch weiter. Im Klartext: „Es wird scheußlich heiß“, sagt Jürgen Schmidt, Diplom-Meteorologe von Wetterkontor.de, der Berliner Morgenpost. „Es kommt sehr warme Luft in den Berliner Raum.“ Schmidt sagt Temperaturen von „deutlich über 30 Grad“ voraus.

Von neuen Rekordtemperaturen will er aber noch nicht sprechen. „Es können durchaus 34 oder 35 Grad werden. Es sind aber auch ein paar Wolkenfelder im Spiel, es kann also vereinzelt auch mal einen Schauer geben.“ Ob es also tatsächlich zu den vereinzelt schon prognostizierten 37 Grad kommen wird, lasse sich noch nicht sicher sagen. Aber heiß wird es in jedem Fall.

Der Sonntag wird der heißere Tag

Sicher sei auch: Der Sonntag wird der heißere Tag. Während momentan Hoch „Yasmine“ für die Hitze verantwortlich ist, wird am Wochenende ausgerechnet ein Tief für noch mehr Hitze sorgen. „Westlich von Island entwickelt sich zur Zeit ein Tief, das weiter nach Süden geht und kalte Luft Richtung Portugal gräbt. Auf der Vorderseite des Tiefs strömt dabei zugleich heiße Luft aus der Sahara zu uns“, sagt Meteorologe Schmidt. „Dieser Effekt hält am Wochenende an. Am Montag kippt das Ganze. Dann wird es spürbar kühler.“

Doch auch das bedeutet noch nicht das Ende der Badetemperaturen. „Wir können auch in der kommenden Woche mit sommerlichen Temperaturen rechnen, dann allerdings auf etwas angenehmerem Niveau, so etwa bei 25 bis 27 Grad.“ Mit der extremen Hitze sei es dann erst mal vorbei, es könne auch gelegentlich mal einen Schauer geben.

In der Nacht zu Montag kommt eine Gewitterfront

Nach der Hitze am Sonntag zieht in der Region Berlin und Brandenburg eine Gewitterfront durch. Örtliche Unwetter sind im Raum Berlin möglich. Im Anschluss dürfte es wieder auflockern, am Dienstag und Mittwoch wird es wieder recht freundlich mit dann wieder steigenden Temperaturen.

„Auch tagsüber könnte es am Sonntag schon mal einen Schauer oder Gewitter geben. Wie heiß es an dem Tag tatsächlich wird, hängt davon ab, wie lang die Sonne scheint“, so Schmidt.

Für den Meteorologen ist eine so stabile Hochphase übrigens durchaus ungewöhnlich. „Dass sich ein Hoch so lange über den britischen Inseln hält, ist selten. Und eine so trockene, warme Phase kommt nicht jeden Sommer vor.“ Schmidt erinnert an den Rekordsommer des Jahres 2003: „Da hatten wir über mehrere Tage stabil bis an die 40 Grad.“ Und noch ein interessantes Phänomen lasse sich beobachten. „Im Grunde wiederholt sich jetzt genau das, was wir vor ein paar Wochen im Juni schon mal hatten: Heiße Luft aus der Sahara strömt zu uns und sorgt für die Hitze, die wir hier erleben.“

Im Süden Deutschlands wird es sogar noch wärmer als in Berlin. Dort dürfte die 38-Grad-Marke am Wochenende erreicht werden. Im Norden bleibe es vor allem an den Küsten kühler, die Temperaturen bleiben unter der Marke von 30 Grad. Zudem seien dort vereinzelt Schauer und Gewitter unterwegs.

„Die große Hitze ist weg“

Im August wird es dann wechselhaft weiter gehen. „Eine so lange sonnige, heiße Phase wird es nicht mehr geben. Es sieht eher nach einer längeren Phase mit wechselhaftem Wetter aus. In der zweiten Augustwoche könnte es sogar etwas abkühlen, weil kühlere Luft vom Atlantik reinschwenkt.“

Daher gilt es nun also, das heiße Sommer-Wochenende noch einmal richtig zu genießen. Und es damit zugleich nicht zu übertreiben: Man sollte viel Wasser trinken und die besonders intensive Mittagssonne meiden. Wer ein Sonnenbad nehmen möchte, sollte sich außerdem gut eincremen, um Sonnenbrände zu vermeiden.