Skandal-Song

Heino will Bushido nach Hass-Video endlich stoppen

Der Berliner Rapper Bushido hat mit seinem neuen Video „Stress ohne Grund“ für scharfe Proteste gesorgt. Jetzt schaltete sich auch Schlager-Urgestein Heino in die Debatte ein.

Foto: Angelika Warmuth / dpa /picture alliance

Schlagersänger Heino (74) hat empört auf Bushidos neuen Song „Stress ohne Grund“ reagiert. „Bushidos Lieder sind in meinen Ohren menschenverachtend“, sagte Heino der Zeitung „Bild“.

Der Berliner Rapper hatte am Wochenende mit seinem Lied, das Tötungs- und Gewaltfantasien sowie schwulenfeindliche Aussagen enthält, einmal mehr für Aufsehen gesorgt. Im Internet wurde das Video zu dem Song, den er zusammen mit dem Musiker Shindy aufgenommen hat, am Sonnabend gesperrt. „Der Mann muss in seiner kriminellen Energie dringend gestoppt werden. Unser Rechtsstaat ist aufgefordert, jetzt endlich mal zu handeln!“, erklärte Heino.

„Wer so etwas von sich gibt, ist entweder psychisch krank oder kriminell. Für die einen gibt es geschlossenen Einrichtungen und für die anderen Gefängnisse“, sagte das Schlager-Urgestein der Zeitung „Bild“. Bereits 2011 hatte Heino ein Zeichen gegen Bushido gesetzt: Er hatte seinen „Bambi“ der Jury zurück gegeben, nachdem Bushido den Medienpreis für besonderes Engagement im Bereich Integration erhalten hatte.

Bushido (34) hingegen scheint das Aufsehen um sein neues Video zu genießen. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und der FDP-Integrationsexperte Serkan Tören hatten am Wochenende Strafanzeigen angekündigt. Die Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sprach von einem „eindeutigen Aufruf zu Gewalt und Mord“.

Über sein Twitter-Profil verbreitete der Rapper mit genüsslich Artikel und Kommentare zu dem Wirbel um sein Machwerk. Bushido twitterte, trotz dieser Sperrung sei das Video in weniger als 48 Stunden etwa eine Million Mal geklickt worden. „Dieses Video wurde entfernt, weil sein Content gegen die YouTube-Nutzungsbedingungen verstößt“, war auf der Internetseite des Portals zu lesen.

„Ein Verrückter würde reichen“

Die Berliner Staatsanwaltschaft prüft das Lied bereits. Der stellvertretende Senatssprecher Bernhard Schodrowski sagte, Wowereit werde noch an diesem Montag Strafantrag stellen. Außerdem würden weitere rechtliche Schritte geprüft wie Unterlassung oder die Forderung einer Geldentschädigung.

In dem Lied werden Wowereit, der FDP-Bundestagsabgeordnete Tören, der Comedian Oliver Pocher und die Grünen-Politikerin Claudia Roth namentlich genannt und beleidigt.

„Das Video ist voller Hass, ich verstehe es so, dass es zu einem Mord aufruft“, hatte Tören der „Berliner Morgenpost“ am Freitag gesagt. Der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ sagte Tören, er habe zwar keine Angst vor Bushido, „aber ein Verrückter würde reichen, der sich von diesem Aufruf zum Mord angesprochen fühlt“.

Politiker verurteilten die verbalen Angriffe gegen ihre Kollegen. Künast forderte die Staatsanwaltschaft in der „Bild am Sonntag“ auf, mit der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens ein Zeichen zu setzen: „Bushido hat die Grenzen des Rechts überschritten.“

Der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU), verlangte laut „B.Z.“, die Betroffenen zu schützen. „Die Todes-Drohung ist ein sehr ernst zu nehmender Vorgang.“ Tören und Roth hätten Solidarität verdient – und zwar parteiübergreifend.

Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck forderte laut „Handelsblatt“, Bushido den Integrations-Bambi abzuerkennen, den ihm der Burda-Verlag 2011 verliehen hatte. Auch Sänger Heino erklärte, Bushido solle der Preis entzogen werden.

Die Jury-Entscheidung hatte schon damals für heftige Diskussionen gesorgt. „Wenn Burda den Integrations-Bambi nun nicht zurückzieht, ist dieser Preis nur noch für die Tonne gut“, sagte Beck. Eine Sprecherin des Verlags sagte : „Wir kommentieren das Thema nicht.“