Musikvideo

Wowereit will Strafanzeige wegen Bushido-Rap erstatten

In seinem aktuellen Musikvideo mit dem Rapper Shindy fantasiert Bushido darüber, deutsche Politiker zu ermorden. Klaus Wowereit beleidigt er schwulenfeindlich. Dieser stellt nun eine Strafanzeige.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Rapper Bushido muss wegen schwulenfeindlichen Passagen und Gewalt-Aufrufen in seinem neuen Lied mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

"Der Regierende Bürgermeister wird wegen des Bushido-Videos Strafanzeige über seine Anwaltskanzlei stellen", sagte der stellvertretende Senatssprecher Bernhard Schodrowski am Sonnabend der Berliner Morgenpost. Zu den Inhalten des Videos wollte der Sprecher keine Stellung beziehen.

Bushido singt vom Mord an Politikern

Auch der integrationspolitische Sprecher der FDP, Serkan Tören, will Strafantrag stellen. „Das Video ist voller Hass, ich verstehe es so, dass es zu einem Mord aufruft“, sagte Tören.

Der Grünen-Abgeordnete Omid Nouripour sprang den Geschmähten am Sonnabend zur Seite und übte scharfe Kritik an Bushido. „Wer als Musiker so wenig Talent hat, muss zu solchen fragwürdigen Mitteln greifen“, sagte Nouripour.

FDP-Parlamentsgeschäftsführer Jörg van Essen erklärte, die gesamte FDP-Fraktion stehe hinter dem Abgeordneten Tören. „Wir stehen für die freie Entfaltung von Kunst und Kultur, aber hier ist jede Grenze überschritten“, kritisierte van Essen.

Volker Beck fordert Aberkennung von Integrationsbambi

Der Parlamentarische Geschäftsführer und menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, hat den Verleger Hubert Burda aufgefordert, dem Rapper wegen des Lieds “Stress ohne Grund” den Integrations-Bambi abzuerkennen.

So weit zu gehen, ist der Medienverlag offenbar jedoch nicht bereit. „Von uns gibt es zu diesem Thema keinen Kommentar“, teilte Burda-Sprecherin Julia Korn auf Anfrage der Berliner Morgenpost am Sonnabend mit.

In Bushidos gemeinsamem Song mit Rapper Shindy „Stress ohne Grund“ werden auch die Namen des Comedian Oliver Pocher und der Grünen-Politikerin Claudia Roth genannt. Die Berliner Staatsanwaltschaft prüft das Lied bereits.