Richtfest

Kuppel ziert künftig Eingangsportal der Staatsbibliothek

Mit einer 35 Meter hohen Kuppel erhält das monumentale Gebäude Unter den Linden, im historischen Zentrum Berlins seine ursprüngliche Silhouette zurück. Jetzt wurde Richtfest gefeiert.

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Die Berliner Staatsbibliothek hat am Mittwoch Richtfest für eine neue Kuppel über ihrem Eingangsportal gefeiert.

Der Wiederaufbau der rechteckigen Lindenkuppel, 100 Jahre nach der Errichtung der originalen Kuppel und 72 Jahre nach deren Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, soll dem Gebäude einen Teil seiner ursprünglichen Silhouette zurückgeben. Die Originalkuppel war 1941 durch eine Bombe zerstört und nicht wieder aufgebaut worden.

Die Staatsbibliothek ist eines der wenigen erhaltenen repräsentativen wilhelminischen Gebäude im Zentrum von Berlin. Die neue Kuppel soll künftig ein nicht für die Öffentlichkeit zugängliches Magazin mit Schriften aus dem Altbestand der Preußischen Staatsbibliothek beherbergen.

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger erklärte, die Wiederherstellung der Kuppel als zentrale Erschließungsachse sei architektonisch von besonderer Bedeutung. Das Richtfest markiere den Auftakt zum zweiten Bauabschnitt des Bibliotheksgebäudes, dessen südliche Hälfte jetzt wiederhergestellt werden soll, so Parzinger weiter. Im Rahmen des ersten Bauabschnittes sei mit der nördlichen Hälfte bereits ein Drittel des Altbaus wiederhergerichtet worden. Mit der Sanierung des Gebäudes soll die Bibliothek in den kommenden Jahren weitere Lesesäle zurück gewinnen.

Sanierung dauert länger und wird teurer

Die Sanierung soll nach gegenwärtigem Stand bis 2016 dauern – vier Jahre länger als ursprünglich geplant.

Im ersten Bauabschnitt war im März ein Neubau im Innenhof der Anlage mit fünfjähriger Verspätung eröffnet worden. In dem modernen Glaskubus nach einem Entwurf der Architekten HG Merz ist vor allem ein neuer Lesesaal untergebracht.

Technische Schwierigkeiten und Pleiten bei den beauftragten Firmen hatten den Bau mehrfach verzögert. Die Kosten für das Gesamtprojekt sind von geplanten 326 Millionen Euro im Jahr 2004 inzwischen auf 406 Millionen Euro gestiegen. Das Geld kommt vom Bund.

Die Staatsbibliothek am Boulevard Unter den Linden wurde von 1903 bis 1914 durch den Architekten Ernst von Ihne errichtet. Der insgesamt etwa 100 mal 170 Meter große und knapp 30 Meter hohe Bau wurde während des Zweiten Weltkrieges durch mehrere Bombentreffer stark beschädigt. So schlug im April 1941 auch eine Bombe im Dach der Front ein, wobei die Kuppel über dem Hauptportal verloren ging. In den vergangenen Jahrzehnten schloss die verbleibende historische Fassade mit einem Flachdach ab.

Die Berliner „Stabi“, die wie die Staatlichen Museen zur Preußen-Stiftung gehört, ist mit 25 Millionen Medien und Objekten die größte wissenschaftliche Universalbibliothek im deutschsprachigen Raum. Zu den größten Schätzen zählen die Partituren von Beethovens 9. Sinfonie, Mozarts „Zauberflöte“ und Bachs Passionen. Neben dem Standort Unter den Linden gibt es noch ein zweites Haus am Potsdamer Platz.