In Berlin und Brandenburg sollen am Freitag zahlreiche Kaufhäuser und Supermärkte ganztägig bestreikt werden. Im Tarifkonflikt des Einzelhandels hat die Gewerkschaft Ver.di rund 3000 Verkäuferinnen aufgefordert, die Arbeit niederzulegen. Von dem Warnstreik sollen unter anderem die Unternehmen H&M, Ikea, Karstadt, Kaufland, Netto, Penny, Real, Reichelt, Rewe und Thalia betroffen sein. Um 10.00 Uhr ist eine zentrale Streikversammlung vor dem Karstadt-Kaufhaus in Berlin-Charlottenburg geplant. Es ist der zweite Warnstreiktag. Bereits am 14. Juni waren einige Hundert Beschäftigte ihren Arbeitsplätzen ferngeblieben.
In der ersten Runde der Tarifverhandlungen für 199.000 Beschäftigte in der Region hatte es am Dienstag noch keine Annäherung gegeben. Ver.di fordert für alle Verkäuferinnen einen Euro mehr pro Stunde, das entspricht einem Plus von mindestens 7,3 Prozent. Für Kleinbetriebe soll es künftig keine Abschläge mehr geben. Die Gewerkschaft will außerdem für alle das Urlaubs- und Weihnachtsgeld-Niveau des Berliner Westens durchsetzen. Am 14. August treffen sich Gewerkschaft und Arbeitgeber wieder am Verhandlungstisch.
Auch Postfilialen bestreikt
Berliner könnten am Freitag auch vor verschlossenen Postfilialen stehen. Ver.di forderte die Tarifbeschäftigten der Postbank Filialbetrieb AG in Berlin an diesem Freitag zum Warnstreik auf. Nach Angaben der Gewerkschaft werden in Berlin zwei Postbankfilialen in Friedrichshain und Tegel ganztägig geschlossen bleiben. Ver.di fordert für die bundesweit rund 5500 Tarifbeschäftigten 6,5 Prozent mehr Geld. Fünf Verhandlungsrunden gab es bisher. Die nächsten Gespräche sollen am 09./10. Juli in Berlin stattfinden. Die Postbank Filialvertrieb AG ist eine Tochter der Postbank AG mit bundesweit rund 1000 Filialen.
dpa/ap





