Letztlich habe es sich ohnehin um einen Irrtum gehandelt, sagte am Freitag CSD-Sprecher Jens Meyer. Die Mitglieder des Landesverbandes der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) wären offiziell nie ausgeladen gewesen.
Es hätte nur eine Debatte um ihre Teilnahme als Parteimitglieder gegeben. Nun seien sie also doch wieder mit einem Wagen vertreten. Allerdings, so Meyer, müssten sie diesen ganz klar als Gefährt der LSU kennzeichnen und ihn nicht etwa als schwul-lesbischen Wagen der CDU schmücken. Genehmigt werde aber das schon erwähnte kleine CDU-Logo. Das ist der Kompromiss, weil die CDU ja immerhin Hauptsponsor des Wagens ist.
„Sind froh über CDU-Teilnahme“
Beim LSU wurde diese Entscheidung freudig begrüßt. „Es war ein fatales Signal für den parteiübergreifenden gesellschaftlichen Konsens unserer Stadt, die CDU zunächst vom Berliner CSD auszuladen“, sagte der Berliner Landesvorsitzende der LSU, Martin Och. „Vielfalt braucht Zusammenhalt.“ Es habe intensive Gespräche mit den Organisatoren gegeben. „Wir sind froh, dass es nun gelungen ist, die Teilnahme der Hauptstadt-CDU sicherzustellen.“
Die Organisatoren des CSD hatten den Ausschluss mit dem politischen Kurs der Christdemokraten bei der Gleichstellung von Schwulen und Lesben begründet. Der CSD-Geschäftsführer Robert Kastl sprach von einem „symbolischen Akt“. Das wurde so aber nicht akzeptiert. Im Gegenteil, der geplante Ausschluss der CDU beim CSD sorgte parteiübergreifend für Unmut.
Wütende Kommentare bei Facebook
Es gab wütende Kommentare bei Facebook. Der Lesben- und Schwulenverband distanzierte sich ausdrücklich. Ralf Fröhlich vom FDP-Verband „Liberale Schwule und Lesben“ nannte den Ausschluss der CDU „Zensur“. Auch der Linke-Landeschef Klaus Lederer war grundsätzlich dagegen, die CDU beim CSD in diesem Jahr nicht mitfahren zu lassen.
Das alles hat sich nun geklärt. Man fahre den Wagen Nummer 10, informiert LSU-Sprecher Och. Es sei „der Wagen der CDU/LSU“.





