Im neuen Berliner Männergefängnis Heidering nahe dem brandenburgischen Großbeeren sitzen seit Mittwoch die ersten Strafgefangenen. Die zwölf Neuankömmlinge wurden aus anderen Gefängnissen der Hauptstadt in die moderne Vollzugsanstalt auf einem Berliner Grundstück im Nachbarland verlegt, wie die Senatsverwaltung für Justiz mitteilte. Der Betrieb in Heidering hatte sich zuletzt wegen technischer Probleme verzögert.

Nach jahrelangen Vorbereitungen beginne eine neue Ära des Justizvollzugs, sagte Senator Thomas Heilmann (CDU). Heidering soll überalterte Haftplätze in anderen Gefängnissen der Hauptstadt ersetzen.

Die Inhaftierten wurden mit Gefangenentransportern nach Heidering gebracht. Aus Sicherheitsgründen werden die Verlegungstermine erst im Nachhinein mitgeteilt, so die Senatsverwaltung. Knapp 650 Gefangene werden nach und nach bis zum Jahresbeginn 2014 einziehen. Die Insassen verbüßen Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren.

Bis Jahresbeginn 2014 soll die Anstalt komplett belegt sein. Im Gegenzug werden alte Haftplätze vor allem im Berliner Gefängnis Tegel geschlossen, das schon älter als 100 Jahre ist.

Fehlalarme hatten die Belegung verzögert

Mit Heidering gibt es laut Justizverwaltung acht Gefängnisse in der Hauptstadt, die teilweise auf mehrere Standorte verteilt sind. In Heidering arbeiten 218 Justiz-Bedienstete rund um die Uhr. Hinzu kommen 12 Mitarbeiter im medizinischen Bereich sowie zwei Ärzte. Gemeinschaftsräume, Sportplätze und Bibliothek sollen die Resozialisierung von Gefangenen unterstützen.

In das Gefängnis wurden knapp 118 Millionen Euro investiert. Offiziell wurde der ungewöhnliche Bau mit hellen Farben und viel Glas schon im März eröffnet, auch die Bediensteten arbeiten seit Jahresbeginn schon dort.

Ursprünglich sollten Ende April die ersten Gefangenen eintreffen. Da wegen der langen Frostes einige Außenanlagen des 15 Hektar großen Areals nicht pünktlich fertiggestellt werden konnten, wurde der Termin auf Ende Mai verschoben. Dann hatten Fehlalarme am bis zu sechs Meter hohen Sicherheitszaun erneut die Belegung durchkreuzt.

dpa