Nach dem Hubschrauber-Crash mit einem Toten in der Nähe des Berliner Olympiastadions ist ein erster Schritt bei der Suche nach der Unglücksursache getan. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig legte am Mittwoch eine erste Faktensammlung zum Geschehen vor. „Wir haben einen Zwischenbericht veröffentlicht, der die ersten reinen Fakten belegt“, sagte Jens Friedemann von der Bundesstelle. Der vorliegende Bericht biete jedoch noch keine Analyse des Unglücks oder zur Ursache des Absturzes. Bei einem Übungseinsatz der Bundespolizei im März in der Hauptstadt war bei der Kollision zweier Hubschrauber ein 40 Jahre alter Pilot ums Leben gekommen. Vier Menschen wurden schwer, vier leicht verletzt.
„Wir haben noch keine sicheren Erkenntnisse zur Ursache“, sagte der Luftfahrtexperte aus Niedersachsen. Die Fachleute sind zuständig für die technische Überprüfung der Hubschrauber. Sie fertigen auch einen Abschlussbericht, der den Angaben zufolge im März kommenden Jahres vorliegen soll. „Dazu müssen wir noch weitere Analysen vornehmen und etwa auch die Sprachaufnahmen aus dem Cockpit auswerten“, sagte Friedemann. Das abschließende Dokument wird ihm zufolge sichere Erkenntnisse über die Ursache und eventuell notwendige Sicherheitsempfehlungen enthalten. Der Bericht könnte bis zu 100 Seiten umfassen. Weitere Veröffentlichungen seien in der Zwischenzeit nicht vorgesehen.
Verdacht der fahrlässigen Tötung
Nach der Kollision ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. „Die Ermittlungen dauern an. Dazu müssen auch die technischen Gutachten vorliegen“, sagte Martin Steltner, Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. Ein Mannschaftshubschrauber war beim Landeanflug auf einen bereits am Boden stehenden Helikopter gekracht. Dessen Pilot starb noch am Unfallort.
Nach dem Absturz war Kritik laut geworden, dass die Übung bei dichtem Schneetreiben nicht abgebrochen wurde. Zudem gab es Spekulationen, dass ein sogenannter „White-Out“ die Ursache für das Unglück sein könnte. Dabei verliert der Pilot bei der Landung durch aufgewühlten Neuschnee die Orientierung. „Es ist richtig, dass Schnee gelegen hat. Auch die Möglichkeit eines „White-Out“ wird von uns überprüft“, sagte der Experte der Bundesstelle.
dpa/ap























