Fast eine Woche nach dem Hubschrauber-Crash am Berliner Olympiastadion will die Bundespolizei mit einer offiziellen Trauerfeier Abschied von dem getöteten Piloten nehmen. An der Feier am Mittwoch in Potsdam wird auch der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann, teilnehmen, wie ein Sprecher der Behörde sagte. Zu der rund eineinhalb Stunden dauernden Veranstaltung in der Kirche St. Peter und Paul würden rund 1000 Gäste erwartet. Dazu zählen den Angaben zufolge auch Vertreter aller bei dem Unglück beteiligten Dienststellen der Bundespolizei.
Am vergangenen Donnerstag war bei einer Großübung ein 40 Jahre alter Pilot bei einer Hubschrauber-Kollision gestorben. Zwei Hubschrauber waren bei der Landung auf dem Maifeld im dichten Schneegestöber zusammengeprallt. Entsprechend der Übungslage sollten sie etwa drei Dutzend Unterstützungskräfte zum Einsatzort fliegen. Einer der Piloten wurde durch ein in das Cockpit eindringendes Rotorblatt getötet. Der 37-Jährige hinterlässt seine Frau und vier Kinder.
Untersuchungen des Hubschrauber-Unglücks werden noch dauern
Sieben Beamte wurden bei dem Unglück verletzt, vier davon schwer. Die Ermittlungen zu dem Unglück dauern an. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) will im April einen ersten Bericht zu dem Unfall vorlegen. Sei wird versuchen, die Untersuchungen innerhalb von zwölf Monaten abzuschließen. Auch die Staatsanwaltschaft überprüft den Unfall. Erste Erkenntnisse werde es aber wohl erst in einigen Monaten geben, hieß es bislang. Die Justizbehörde ermittelt, ob strafrechtlich relevantes Verhalten zu dem Crash führte.
Die Oppositionsparteien im Berliner Abgeordnetenhaus wollen den tödlichen Hubschrauberabsturz im Innenausschuss behandeln. Viele Politiker kritisierten, dass die Hubschrauberflüge bei der Großübung der Bundespolizei trotz dichten Schneegestöbers durchgeführt wurden. Der innenpolitische Sprecher der Grünen, Benedikt Lux, bezeichnete gar das ganze Übungsszenario als unrealistisch. Er halte es für höchst unwahrscheinlich, dass eine größere Anzahl Fußball-Hooligans bei Eiseskälte und dichtem Schneetreiben aufeinander losgingen, sagte Lux. Vertreter der Koalitionsparteien SPD und CDU verteidigten hingegen die Übung am Berliner Olympiastadion. Innenexperte Robbin Juhnke (CDU) sagte, man wolle keine „Schönwetterpolizei“. Thomas Kleineidam, sein Kollege von der SPD, betonte, die Polizei müsse nun mal auch in Extremsituationen jederzeit einsatzfähig sein und könne bei schlechtem Wetter nicht einfach zu Hause bleiben.
dpa/BMO




