Hauptstadtflughafen

BER könnte mehr als fünf Milliarden Euro kosten

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Foto: Patrick Pleul / dpa

Auf zwischen 30 und 40 Millionen Euro monatlich belaufen sich die Mehrkosten für den neuen Hauptstadtflughafen. Damit wäre die anvisierte Summe von 4,3 Millionen weit überschritten.

Die anvisierte schrittweise Eröffnung des Hauptstadtflughafens könnte die Kosten des Pannen-Airports weiter in die Höhe treiben. Der Aufsichtsrat des Hauptstadtflughafens will an diesem Mittwoch darüber beraten.

Dann würden alle Fragen dazu beantwortet, kündigte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) am Montag in Cottbus an. Zuvor hatte sich Flughafenchef Hartmut Mehdorn darauf festgelegt, den Neubau in Schönefeld nicht auf einen Schlag in Betrieb zu nehmen. Der Termin und Kostenrahmen für die neue Variante ist aber noch unklar.

„Wir müssen nicht alle an einem Tag umziehen“, hatte Mehdorn in der RBB-„Abendschau“ angekündigt. „Da gibt's überhaupt keinen Grund dafür, und wir werden das also scheibchenweise machen.“

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Während die Flughafen-Eigentümer – Berlin, Brandenburg und der Bund – bislang keinen Widerstand erkennen ließen, ist unklar, ob die Airlines mitziehen. Wichtige Flughafenkunden wie Air Berlin, die Lufthansa und Easyjet wollten sich nicht äußern oder waren noch nicht für Stellungnahmen zu erreichen.

Anlage schrittweise zu testen wäre ein Vorteil

Bei einer Eröffnung in Schritten sind weitere Mehrkosten möglich, etwa wenn die Empfangshalle wegen der Probleme mit der Brandschutzanlage noch nicht startklar ist und Abfertigungsschalter in Seitenflügel gestellt werden müssen. Für die Flughafengesellschaft hätte das aber den Vorteil, die Anlage nach und nach zu testen und in Betrieb zu nehmen und so die Risiken zu minimieren.

In den vergangenen Wochen gab es aber kritische Stimmen aus der Branche. Müsse sich eine Airline auf zwei Flughäfen verteilen, entstünden zusätzliche Kosten. Die Behörden haben indes keine grundsätzlichen Einwände. „Wenn das Konzept stimmt, kann ich mir eine Teileröffnung des Flughafens vorstellen“, hatte der zuständige Landrat Stephan Loge gesagt.

Kosten steigen auf bis zu fünf Milliarden Euro

Unterdessen wurde bekannt, dass aufgrund der vor einem Jahr abgesagten Flughafen-Eröffnung monatliche Mehrkosten von 35 bis 40 Millionen Euro entstehen. Das habe Mehdorn einer Arbeitsgruppe des Bundesverkehrsministeriums mitgeteilt. Der Airport BER sollte bislang 4,3 Milliarden Euro kosten. Wenn sich die Eröffnung nun noch bis Ende kommenden Jahres verzögert, würde der Flughafen nunmehr über fünf Milliarden Euro kosten.

Der Flughafen äußerte sich zu der Zahl nicht, im Ministerium wurden entsprechende Informationen des „Handelsblatts“ aber bestätigt. Der Flughafen hatte stets von 15 Millionen Euro gesprochen, die fehlen, weil die Fluggebühren und Ladenmieten des Neubaus fehlen.

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( dpa/oje )