Der Fall des acht Monate alten Babys, das in Spandau an einem Morphiumpflaster gestorben war, hat eine überraschende und tragische Wende genommen. Die Ermittlungen von Landeskriminalamt und Staatsanwalt haben nun ergeben, dass es sich nicht um ein vorsätzliches Tötungsdelikt, sondern um einen tragischen Unglücksfall handeln könnte.
Wie die Polizei am Freitag mitteilte, war bei der Obduktion ein Morphiumpflaster in der Speiseröhre des Jungen festgestellt worden, das den Tod des Kindes verursacht hatte. Daraufhin wurde der 23 Jahre alte Lebensgefährte der Mutter unter dem Verdacht festgenommen, das Kind umgebracht zu haben. Er wurde am 26. April in Untersuchungshaft eingeliefert.
Die Ermittlungen hätten nun ergeben, so die Polizei, dass das wohl unscheinbare Pflaster möglicherweise von der Vormieterin in der Wohnung zurückgelassen wurde. Die Frau war Schmerzpatientin, die Wohnung war unrenoviert an die Nachmieter übergeben worden.
Es sei nicht auszuschließen, dass das Kind das Pflaster gefunden und sich ohne fremdes Zutun in den Mund gesteckt habe.
Der dringende Tatverdacht gegen den 23-Jährigen bestehe nicht mehr, der Mann sei am Freitag aus der U-Haft entlassen worden. Die Ermittlungen würden fortgesetzt.
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