Entgegen den Erwartungen haben die 18 Aufsichtsratsmitglieder von Berliner Zoo und Tierpark am Mittwoch nicht über die Zukunft des umstrittenen Zoodirektors Bernhard Blaszkiewitz entschieden.

Kenner des Zoos hatten vermutet, dass sich der Aufsichtsrat entweder sofort von ihm trennt oder spätestens Mitte 2014, wenn sein Vertrag ausläuft. Blaskiewitz war unter anderem in die Kritik geraten, weil er weibliche Mitarbeiter in internen Schreiben mit der Ziffer 0,1 versehen hatte. In der Tierzucht werden so die Weibchen gekennzeichnet.

Gabriele Thöne, als Geschäftsführerin für die Finanzen von Zoo und Tierpark verantwortlich, dementierte am Mittwochabend Gerüchte, wonach die Aufsichtsräte über die Zukunft des Zoodirektors gesprochen hätten. „Personalfragen wurden gar nicht behandelt. Unsere Hauptpunkte waren die Jahresabschlüsse 2012, das neue Marketing-Konzept und die Masterplanung 2020 plus für den Tierpark“, sagte sie.

Rechtsanwaltskanzlei wurde mit Prüfung beauftragt

Wegen der Vorwürfe gegen Blaszkiewitz hat der Aufsichtsrat extra eine Rechtsanwaltskanzlei beauftragt. Sie soll nach Auskunft von Zoo-Kennern bereits mit rund 100 Beschäftigten gesprochen haben. Dabei soll es angeblich auch darum gegangen sein, ob der Zoochef handgreiflich geworden ist, ob er imageschädigend handelt und ob ihm fachliches Vergehen vorzuwerfen ist. Beispielsweise hatte Blaszkiewitz auch gesagt, dass unchristlichen Mitarbeitern eigentlich kein Weihnachtsgeld zustehe.

Doch all das hat laut Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied Gabriele Thöne in der Aufsichtsratssitzung keine Rolle gespielt. Die Kanzlei habe keinen Bericht vorgestellt. Die Jahresabschlüsse seien hingegen wichtiges Thema gewesen. Fast drei Millionen Besucher hätten den Zoo besichtigt, mehr als eine Million Gäste den Tierpark in Friedrichsfelde. Allerdings sei das Jahr wieder mit einem Minus abgeschlossen worden. Das sei mit 150.000 Euro aber kleiner als 2011, als es 212.000 Euro betragen habe.

Ein wichtiger Punkt, mit dem sich die Aufsichtsräte befasst haben, sei die Umgestaltung des Tierparks. Er soll zu einem ganztägigen Ausflugsziel für Familien und ältere Menschen ausgebaut werden. Noch 2013 will der Tierpark laut Thöne beim Senat den Antrag für das erste Projekt stellen. Das habe der Aufsichtsrat beschlossen. Bereits am Vorplatz zum Bärenschaufenster werde ein Besucher- und Servicecenter geplant. Möglichst noch 2014 soll das rund vier Millionen Euro teure Bauprojekt dann begonnen werden.