Zoo Berlin

Das geheimnisvolle Sterben der Berliner Murmeltiere

Während der Winterruhe sind alle Murmeltiere im Zoo Berlin gestorben. Todesursache könnte eine Virusinfektion sein. Jetzt wartet der Zoo auf private Nachzuchten.

Foto: Ben Husley / dpa

Alle Murmeltiere im Zoologischen Garten sind tot. Wie erst jetzt bekannt wurde, sind die zwei Männchen und zwei Weibchen während der Winterruhe gestorben. „Anfang des Jahres 2013, nach der Inventur, haben wir bemerken müssen, dass die Tiere tot sind“, sagte Zoo-Kurator Heiner Klös.

Sie seien sofort zur Untersuchung an das Landesuntersuchungsamt geschickt worden. „Das Ergebnis schließt Bakterien, Pilze und Parasiten als Todesursache aus.“ Der amtliche Veterinär müsse nicht informiert werden, bekomme aber automatisch alle Untersuchungen zur Seuchenprophylaxe.

„Der Erreger war nicht identifizierbar, allerdings zeigte das ganze Krankheitsbild einen virusartigen Infekt“, erklärte Klös weiter. Damit sei ein Zusammenhang zu Erkrankungen am angrenzenden Steinbockfelsen auszuschließen.

Dort mussten vor etwa zwei Jahren alle Mähnenschafe getötet werden, weil einige von gefährlichen Bakterien befallen waren. Heute leben auf der Anlage Korsische Bezoarziegen.

Tod der Nager nur durch Zufall bekannt geworden

Der Tod der Nagetiere ist erst vor Kurzem mehr zufällig durch den Anruf eines Paten öffentlich bekannt geworden. „Ich war ziemlich geschockt, als man mir sagte, dass alle Murmels tot sind“, sagt der Pate der Tiere.

Der 57 Jahre alte Berliner hatte seiner Frau schon vor Jahren eine Murmeltier-Patenschaft zum Hochzeitstag geschenkt und wollte sie nun – wie jedes Jahr – erneuern. „Ich hätte doch gedacht, dass man Paten den Tod der Tiere mitteilt und nicht wartet, bis sie zufällig anrufen“, sagte der Charlottenburger. Eine Murmeltier-Patenschaft kostet 200 Euro im Jahr.

Kurator Heiner Klös betonte, dass der Zoo nichts habe verheimlichen wollen. „Wir hatten vielmehr gehofft, bis zum Frühling neue Murmeltiere zu erhalten, auch um Paten eine Enttäuschung zu ersparen“. Doch diese Hoffnung habe sich jedoch zerschlagen. Inzwischen konnte sich der Zoo aber bei einem österreichischen Privatzüchter den nächsten Wurf sichern.